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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
Seite
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Nähere und fernere, äußere und innere Todesursachen.

Die nächsten Ursachen des Aussterbens der Adelsgeschlechterkennen wir aus dem Vorhergehenden. Es waren Zölibat, Mädchen-geburten anstatt Knabengeburten, Sterilität und der Tod derSöhne in jungen Jahren. Dies sind, wie man sie nennen kann,die statistischen Todesursachen, die zu gleicher Zeit die Artendes Aussterbens der Geschlechter angaben. Diese Todesweisehätte man auch a priori angeben können, denn es lassen sichzwar allerlei andere Todesursachen denken, wie die, daß die er-wachsenen Männer durch Krieg und Zweikampf ausgerottetworden sind, aber sie fallen doch auf die eine oder andere Weiseunter die angeführten. Diese sind nämlich die allernächsten, inwelche alle ferneren Todesmodalitäten einmünden müssen. Indemwir dieses aber zugeben, müssen wir doch andererseits feststellen,daß die genannten statistischen Todesursachen nur den äußerenVerlauf, nicht die inneren, tiefer liegenden Ursachen angeben.Für eine eingehendere Erklärung des Unterganges reichen siesomit nicht aus. Es gilt vielmehr, hinter diesen Ursachen dieanderen zu finden, die jene gleichsam in Bewegung gesetzt undihnen vor allem einerseits ihre progressive Zunahme mit denGliedern, andererseits ihr meistens bedeutendes Übermaß überdas gewöhnliche verliehen haben. Denn in diesen beiden Momentenliegt die eigentliche Ursache des Unterganges, wie auch dasProblem, dessen Lösung wir suchen. Worauf beruht die un-gewöhnliche Stärke, mit welcher die angeführten Todesmodalitätenin den adligen Geschlechtern auftreten, und worauf ihre successiveZunahme mit den Gliedern? Der Versuch, dies aus dem freienSpiel des Zufalles zu erklären, kann, wie wir eben gesehen, nichtgelingen. Der Zufall spielt allerdings beim Aussterben der Ge-schlechter seine Rolle, allein er ist auf die oben gezeigte Weisebegrenzt. Die Entwicklung, die wir hier nicht allein bei den ausge-storbenen, sondern auch bei den lebenden Geschlechtern beobachten,gehorcht anderen Gesetzen und beruht auf anderen konstantwirkenden, sowie inneren Ursachen. Wo diese tieferen Ur-sachen zu suchen sind, ist auch nicht schwer zu finden.

Wie die Ehe selbst beim Kulturmenschen in der Hauptsachedas Resultat innerer, psychologischer Motive ist, so ist es auchdie Unterlassung der Heirat, nur in einem noch höheren Grade.Die Enthaltsamkeit von der Ehe ist gewöhnlich immer ein Werkder Überlegung oder der Mutlosigkeit, mögen dann die äußeren