158
so standhafter wandelt man unter den verschiedenenStürmen.
Aber in vielen Dingen wird das Auge der reinenAbsicht getrübt; denn schnell ist ein Seitenblick gethanauf ein reizendes Gut, das uns begegnet.
Denn selten wird auch Einer ganz frei von demFlecken der Eigensucht gefunden.
So kamen einst die Juden nach Bethanien zuMartha und Maria, nicht allein wegen Jesus, sondernauch um den Lazarus zu sehen.
Daher muß man das Auge der Absicht reinigen,daß es einfältig und gerade sei, und es über alle ver-schiedenen Zwischendinge zu mir richten.
XXXIV. Kapitel.!
Daß den Liebenden Gott über Alles und in Allem lieblich sei.
1. Siehe da, mein Gott und mein Alles!Was will ich mehr, und was kann ich Seligereswünschen?
O Wort, wohlschmeckend und süß! jedoch nur fürden, der das Wort liebt, nicht die Welt, noch was tnder Welt ist.
Mein Gott und mein Alles! für den, der'Sversteht, ists genug gesagt; und es oft zu wiederholen,ist dem Liebenden eine Wonne.
Denn wenn Du da bist, ist Alles angenehm, bist Duaber ferne, so ist mir Alles verleidet.
Du machst das Herz ruhig und großen Frieden undfestliche Freude.
Du machst, daß man gut von Allem denke, und inAllem Dich preist; auch kann nichts ohne Dich lange