Denn alles Fleisch hatte seinen Weg verdorben,und deßwegen folgte die große Sündfluth.
Da also unsere innere Neigung sehr verderbt ist,so muß nothwendig die daraus folgende Handlungauch verderbt sein und den Mangel des innern Le-bens anzeigen.
Aus einem reinen Herzen entsproßt die Frucht einesguten Lebens.
Man fragt, wie viel ein Mensch gethan habe, aberdie Tugend, kraft welcher er handelt, wird nicht sosorgfältig erwogen.
Ob Einer stark, reich, schön, gewandt oder ein gu-ter Schriftsteller, ein guter Sänger, ein guter Arbeitersei, darnach fragt man; aber wie arm er im Geiste,ivie geduldig und sanftmüthig, wie andächtig und inniger sei, wird von Vielen mit Stillschweigen übergangen.
Die Natur steht auf das Aeußere des Menschen, dieGnade wendet sich zum Innern.
Jene wird häufig getäuscht, diese hofft auf Gott,daß sie nicht betrogen werde.
XXXII. Kapitel.
Von der Sclbstverläugnung und der Entsagung allerBegierlichkeit.
I. Sohn, du kannst die vollkommene Freiheit nichtbesitzen, wenn du nicht gänzlich dich selbst verläugnest.
Gefesselt sind alle Eigensüchtigen und Eigenliebigen,alle Lüsterne, Vorwitzige, Umherlaufende, die immerdas Angenehme suchen, nicht was Jesu Christi ist;sondern oft darauf dichten und sinnen, was nicht be-stehen wird.