I3K
Gieb mir deinen Willen zu erkennen, und mitgroßer Ehrfurcht und fleißiger Betrachtung an deineWohlthaten zu denken, sowohl im Allgemeinen, alsim Besondern, damit ich Dir würdig dafür danken möge.
Aber ich weiß und bekenne es, daß ich nicht für diegeringste Wohlthat den schuldigen Dank und das ge-bührende Lob darbringen kann.
Ich bin zu geringe aller der mir erwiesenen Gut-thaten; uns wenn ich deine Hoheit betrachte, so ver-gehet mein Geist vor ihrer Große.
2. Alles, was wir an Leib und Seele haben, undwas immer wir von außen oder von innen natürlicheroder übernatürlicher Weise besitze», ist deine Wohlthat,und preiset Dich als den Wohlthätigen, Milden undGütigen, von dem wir alles Gute empfangen haben.
Und wenn auch der Eine mehr, der Lindere wenigerempfangen hat, so ist doch Alles Dein, und ohne Dichkönnen wir nicht das Mindeste haben.
Jener, der mehr empfangen hat, kann sich nicht seinesVerdienstes rühmen, noch des Geringen, spotten; dennder istderGrößereundBessere, der sich wcnigerzuschreibt,und im Dankerstatten demüthiger und andächtiger ist.
Und wer sich für den Geringsten von Allen betrach-tet, und für den Unwürdigsten hält, ist der Geeignetstegrößere Gaben zu empfangen.
Z. Wer aber weniger empfangen hat, der darf sichnicht betrüben, noch es mit Unwillen ertragen, noch denReichern beneiden; sondern vielmehr aufDich Acht ha-ben, und deine Güte vorzüglich preisen, daß Du so reich-lich, so ohne Verdienst und gerne, ohne Ansehen der Per-son deine Gaben ausspendest.