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Thomas von Kempis, vier Bücher von der Nachfolge Christi : mit e. Zugabe von Morgen-, Abend-, Meß- ... gebeten u. ... aus den übrigen Schriften des Thomas von Kempis
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Xi^l. Kapitel.

Von dem Gehörsinne eines demüthigen Untergebenen nachdem Beispiele Jesu Christi.

1. Mein Sohn, wer sich dem Gehörsinne-zu ent-ziehen stiebt, entzieht sich selbst der Gnade; und werEigenes zu besitzen sucht, verliert das Gemeinsame.

Wer nicht gern und willig seinem Obern sich un-terwirft, der beweiset dadurch, das; sein Fleisch ihmnoch nicht vollkommen gehorcht, sondern oft wider-strebt und in arret.

Lerne also schnell dich deinem Obern zu unter-werfen, wenn du dein eigenes Fleisch nntcrjochen willst.

Denn schneller wird der äußere Feind überwunden,wenn der innere Mensch nicht in Unordnung ist.

Es giebt keinen lästigern und schlimmern Feindder Seele, als du dir selbst bist, wenn dn mit demGeiste nicht übereinstimmst.

Dn mußt durchaus in Wahrheit dich selbst ver-achten, wenn du Meister werden willst über Fleischund Blut.

Weil dn noch allzu unordentlich dich selbst liebst,deßwegen zauderst du, vollkommen dich dem WillenAnderer zu ergeben.

2. Aber was ist eS Großes, wenn du, der duStaub unv nichts bist, wegen Gott einem Menschendich unterwirfst, da ich der Allmächtige und Höchste,der Alles aus nichts erschaffen hat, mich dem Men-schen deinetwegen demüthig unterworfen habe?