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Gnade der Andacht zu verbergen, und dich nicht zuerheben, nicht viel davon zu reven, noch ein großesGewicht darauf zu legen; sondern vielmcbr dich selbstzu verschmähen, und zu fürchten, als ob sie einemUnwürdigen gegeben sei.
Man muß an diese Empfindung der Andacht sichnicht zu fest hängen, da sie gar schnell in'S Gegen-theil sich verwandeln kann.
Bedenke, wenn die Gnade da ist, wie elend undarm du ohne die Gnade zu sein Pflegst,
Auch besteht das Fortschreiten im geistigen Lebennicht nur darin, daß du die Gnade des Trostes hast,sondern vielmehr, daß du mit Demuth und Selbstver-läugnung ibre Entziehung geduldig ertragest, so zwar,daß du dann im Eifer des Gebetes nicht lau werdest,noch deine übrigen guten Werke, welche du gewöhn-lich zu verrichten pflegtest, gänzlich fallen lässest; son-dern nach deinem Wissen und Vermögen gerne, wasan dir liegt, thuest, noch auch wegen der Dürre oderAengstlichkeit des Gemüthes, welche du empfindest,dich gänzlich vernachlässigst,
2, Den» es giebt Viele, die, wen» es ihnen nichtwohl von Statten geht, sogleich ungeduldig oderträge werden.
Den» der Weg des Menschen ist nicht immer inseiner Gewalt, sondern Gott kommt es zu, zu gebenund zu trösten, wann er will, und wieviel er will,und w c m er will, w i e es Ihm gefällt, und nicht mehr.Einige haben aus Unvorsichtigkeit wegen der Gnadeder Andacht sich selbst zu Grunde gerichtet, wcil siemehr thun wollten, als sie konnten, und weil sie das