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Bete daher demüthig zum Herrn, daß er dir gebeden Geist der Zerknirschung, und sprich mit dem Pro-pheteim Speise mich o Herr mit Thränenbrod undtränke mich mit dem Tränke der Zäbren in vollemMaße. (Ps, 79, 6.)
XXI i. Kapitel.
Von der Betrachtung des menschlichen Elendes.
1. Elend bist du, wo du immer sein und wohin dudich immer wcnden magst, wenn du dich nicht zu Gottbekehrest.
Was störet es dich, wenn cS dir nicht ganz »achWunsch und Willen geht? Wer ist's, der Alles nachseinem Wille» hat? Weder ich, noch du, noch irgendein Mensch aus Erden.
Niemand ist in der Welt ohne irgend eine Trübsaloder Beängstigung, er sei König oder Papst.
Wer ist's, der's besser hat? Sicher der, welcherfür Gott etwas zu leiden vermag.
2. Es sagen viele Schwache und Kleinmüthigc:Sieh, was sür ein gutes Leben hat jener Mensch, wiereich, wie groß, wie mächtig ist er, und wie hoch stehter im Ansehen?
Aber schaue hin aus die himmlischen Güter, unddu wirst sehen, daß all jene zeitlichen nichts sind, son-dern sehr unzuverlässig und vielmehr beschwerlich, weilman sie nie ohne Kummer und Furcht besitzt.
Die Glückseligkeit des Menschen besteht nicht darin,zeitliche Güter im Neberfluß zu haben, sondern es ge-nügt ihm ein mittelmäßiges Auskommen.
Wahrhaft ein Elend ist's auf Erden zu leben.