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genv nicht gänzlich einschlummern, der du schon so oftviele Beispiele gottseliger Menschen gesehen hast.
XIX. Aupitel.
Von den Uebungen eines guten Ordensmannes.
Das Leben eines guten Ordensmannes (eines wah-ren Christen) muß an allen Tugenden reich sein, damiter von innen der sei, welcher er vor den Menschen vonaußen zu sein scheint.
Und billig soll weit mehr im Innern sein, als manvon außen sieht; denn Gott ist es, der in unser Inne-res schaut, dem wir, wo wir nur immer sein mögen,die tiefste Ebrfurcht erweisen, und vor dessen Angesichtwir gleichsam rein wie Engeln wandeln müssen.
Jeden Tag müssen wir unsern Vorsatz erneuernund unsern Eifer anfachen, als ob wir heute erst unsbekehrt hätten, und sagen:
Stehe mir bei, Herr, mein Gott, in meinem gutenVorsatze und in deinem heiligen Dienste; und verleihemir, daß ich heute nun vollkommen anfange; denn wasich bisher gethan habe, ist nichts.
2. Wie unser Vorsatz, so ist der Laus unserer Bes-serung, und vielen Fleiß muß der anwenden, welchersicher und schnell vorwärts schreiten will.
Wenn schon der, welcher einen festen Vorsatz faßt,oft abweicht; was wird erst dem begegnen, welcherselten, oder halb und halb etwas vornimmt?
Es geschieht jedoch auf mancherlei Weife, daß wirunserm Vorsatze untreu werden; und auch eine kleineUnterlassung unserer Nebung geht kaum ohne einigenNachtheil vorüber.