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Thomas von Kempis, vier Bücher von der Nachfolge Christi : mit e. Zugabe von Morgen-, Abend-, Meß- ... gebeten u. ... aus den übrigen Schriften des Thomas von Kempis
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26
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So leuchtet also ein, wie selten wir den Nächstenwie uns selbst achten.

Wenn alle vollkommen wären, was hätten wir dannvon Andern für Gott zu leiven?

4. Nun aber hat cS Gott so geordnet, daß wirlernen Einer des Andern Last tragen; denn Keiner istohne Fehler, Keiner ohne Bürde, Keiner sich selbst ge-nügend, Keiner sich selbst weise genug: sondern wirmüssen einander gegenseitig tragen, gegenseitig trösten,deßgleichen unterstützen, unterrichten und ermähnen..

Wie groß aber die Tugenv eines Jeden sei, erhelletam besten bei Gelegenheit der Widerwärtigkeit.

Denn die Gelegenheiten machen den Menschen nichtgebrechlich, sondern zeigen, wie er ist.

XVII. Kapitel.

Von dem klösterlichen Leben.

1. Du mußt in vielen Dingen deinen Eigenwillen bre-chen lernen, wenn du Frieden-und Eintracht mit An-dern bewahren willst.

Es ist nichts Kleines, in Klöstern oder in einerGemeine wohnen und daselbst ohne Klage verbleiben,und bis zum Tode getreu ausharren.

Selig der, welcher dort gut gelebt und glücklichvollendet hat.

Wenn du, wie du sollst, (im Guten) feststehen undfortschreiten willst, so mußt du dich gleichsam für einenFremdling und Pilger auf Erden halten.

Du mußt ein Thor werden um Christi willen, wenndu ein gottseliges Leben führen willst.

2. Das Ordenskleid und die Tonsur tragen wenig

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