24
aber aus Liebe geschieht, wie gering und ungeachtet esauch sei, wird durchaus fruchtbringend.
Denn Gott wägt mehr ab den Beweggrund, answelchem Jemand handelt, als das Werk, welches ervollbringt,
2, Viel thut, wer viel liebt.
Viel thut, wer eine Sache recht thut.
Recht thut, wer mehr dem Gemcinwohl, als sei»nein eigenen Willen dient.
Oft scheine etwas ächte Liebe zu sein, und es istmehr Fleischeslicbe; denn natürliche Zuneigung, Ei-genwille, Hoffnung auf Wicvcrvergeltung, Bequem-lichkeitslicbe wollen selten ferne sein,
3, Wer die wahre und vollkommene Liebe hat, dersucht i» keiner Sache sich selbst, sondern begehret, daßin Allem vie Ehre Gottes befördert werde
Auch beneidet er Keinen, weil er keine Freude fürsich allein liebet, »och will er sich in sich selbst erfreuen;sondern wünschet über alle Güter (sich erhebend) inGott beseligt zu werden.
Er schreibt Niemanden etwas Gutes zu, sondernführet es gänzlich auf Gott zurück, als der Quelle, vonwelcher Alles ausgeht, und in welchem als ihrem End-punkte alle Heiligen genußreich ruhen,
O wer einen Funken der wahren Liebe hätte, wahr-haftig, der würde fühlen, daß alles Irdische voll Ei-telkeitsei!
XVI. Aapitel.
Von der Uebertragung der Fehler Anderer.
I, Was der Mensch an sich oder an Lindern nicht