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4. DieS ist die höchste und nützlichste Aufgabe,sich wahrhaft selbst erkenne» und verachten.
Von sich selbst nichts halten, und von Andern im-mer eine gute und hohe Meinung haben ist große Weis-heit und Vollkommenheit. Wenn du einen Andernoffenbar sündigen, oder schwere Fehler begehen sähest,so dürftest du dich doch nicht für besser halten; weildunicht weißt, wie lange du im Guten feststehen kannst.
Alle sind wir gebrechlich; aber für gebrechlicher alsdich selbst, sollst du keinen halten.
III. Kapitel.
Von der Lehre der Wahrheit.
1. Glücklich der, den die Wahrheit durch sich selbstunterweiset, nicht durch Bilder und verschallende Worte,sondern wie sie ist.
Unsere Meinung und unser Sinn täuscht uns oft,und sieht nicht weit.
Was nützt vieles Grübeln über verborgene unddunkle Dinge, derentwegen wir beim Gerichte nicht wer-den gestraft werden, daß wir sie nicht gewußt haben.
Es ist eine sehr große Thorheit, daß wir mit Hint-ansetzung des Nützlichen unv Nothwendigen, umsonstdie ganze Aufmerksamkeit auf das richten, was dieNeugierde reizt und Schaden bringt. — Wir habenAugen, und sehen nicht.
2. Und waS bekümmern wir uns um die Geschlech-ter und Gattungen der Begriffe? Zu dem das ewigeWort redet, der wird von den vielen Schulmeinun-gen befreit.
Aus Einem Worte ist Alles entstanden, und