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Die Herren von Goldenberg auf Mörspurg, ihr Ende und Erbe
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dem Thurme an, und hielt beständig in der Burg etwelchen Weinvorrath undein gewisses Inventar von Hausrath. Die Schlossgüter waren an Bauern derUmgegend verliehen.

So sah es auf Mörspurg aus, als, genau zweihundert Jahre nach dessenBesitzerwerbung durch Winterthur, mit der fränkischen Invasion die totaleUmwälzung aller staatlichen Einrichtungen in der Schweiz eintrat, welche allenmittelalterlichen Institutionen, wie sie auch mit der Mörspurg verknüpft waren,also Lehen, Leibeigenschaften, besondere Reispflicht der Schlossbesitzer u. s. w.mit einem Schlage ein Ende machte. Meyerämter, Yogteien und hohe Gerichtedes Landvogtes, alle diese uralten Formen, verschwanden über Nacht, und mitihren sämmtlichen Nachbaren hatten die Einwohner von Oberwinterthur fortanihr Recht beim Districtsgerichte in Winterthur und in höherer Instanz beimCantonsgerichte zu suchen.

Im laufenden Jahrhundert hat die Stadtgemeinde Winterthur den Bauern-hof und die Schlossgüter von Mörspurg verkauft, und nur den alten Burgthurmselbst zu Eigenthum behalten, der an schönen Sommersonntagen ein beliebtesAusflugsziel ist. Dann wiederhallen wie in früheren Zeiten die alten Mauernvon Fröhlichkeit, Gesang und Becherklang. Keine gewaltigen Grafen mitritterlichem Gefolge und minniglichen Frauen, keine selbstbewussten Landjunkorund keine gravitätischen Amtleute füllen mehr den Saal; der schlichte Bauermit seinem Mädchen und der ehrbare Bürgersmann mit seiner Hausfrau gönnensich im einstigen Herrensitze festtägliche Ruhe und Erfrischung; aber nochstrahlt, wie zur Zeit der Gräfin Margaretha, im Abendglanze der Kranz derFirnen durch die Fenster herein, und gemahnt uns tröstend an das, was, wennauch der Menschen Geschlechter kommen und vergehen, unendlich und unver-gänglich ist.

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