Druckschrift 
2 (1868)
Entstehung
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237
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Vermögen alliier blieben, nacbriclitlich Zuuerstendigen. Vnter dessen be-fehl ich ibn Göttlicher obacht, Mich in seine beharliche freundtschafft,Vndt Verbleib im Vbrigen,

Signat. Frankenhausen Des Vettern

den 1. November Ao. 1638. Dienstbeflissener

Philip Heinrich Von WitzlebenVffnr Wendelstein der Eitere m. pr.

Dehn Von Bendelebenbitte Ich officiose Zu salutirenn*).

Am 2. November verglich sich Georg Rudolph von Hessler mit PhilippHeinrich dahin, dass sie in der nächsten Neujahrsmesse in Leipzig zu-sammenkommen und versuchen wollten, ob sie sich wegen der Wendel-steiner Irrungen mit Zuziehung ehrlicher Leute und beiderseitiger Anver-wandten vergleichen könnten.

Aber auch hier trat der Tod dazwischen.

Wir haben hier in den Grundzügen den Gang der Wendelsteiner An-gelegenheiten wiedergegeben und überlassen dem Leser, sich selbst einUrtheil über die handelnden Personen zu bilden.

Berechneten die Herren von Hessler ihre Kosten für den bisher ge-führten Process auf 10,000 Fl., so wird es uns einleuchtend sein, dassAlles, was Philipp Heinrich von Witzleben vom Hause Wendelstein ge-rettet hatte und ihm in Eossleben noch verblieben war, auf diese Process-führung darauf gehen musste, er mit Weib und Kind die letzten Jahreseines Lebens in wahrem Elende verbrachte und für die Erziehung seinerKinder so wenig zu thun vermochte, das sie, wie Wolf Dietrich Arnoldvon Witzleben schreibt — gleich Kindern, welche vor den Thüren ihrBrot suchen, nackend und bloss gehen mussten.

Inmitten allen Unglücks blieb das Verhältniss der beiden Ehegattenzu einander ein inniges, ungetrübtes und die Liebe zu den Kindern einegleich zärtliche, ja sie wurde durch die Sorge um ihre Zukunft nocherhöht. Auch die Fürsorge Philipp Heinrich's für die Klosterschule wurdenicht durch das ihn treffende herbe Geschick beeinträchtigt. Er war un-ablässig bemüht, die Rechte des Klosters zu vertreten und die Lehrerstellen

*) Vom Orig. in den Acten des Appell.-Ger. zu Jena, II. No. 531h. Feste deut-liche Schrift; kleines Ringsiegel, 2 Sparren, Schäfte mit je 4 Blättern u. 3 Federn,u. P. H. v. W.- Der letzte uns bekannte Brief Philipp Heinrich's von Witzleben.