Druckschrift 
2 (1868)
Entstehung
Seite
111
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wie Alles ihr Vater bereits besessen hatte. Diese Lehnstücke, die späterauch zur Herrschaft Berka gerechnet wurden, bildeten eine nicht un-bedeutende Besitzung für sich. Das Burglehn zu Buttelstedt existirt nochjetzt als Rittergut, und zu Bergern an der Ilm hatten die von Witzlebeneine Burg, deren Ruinen noch sichtbar sind.

Ausserdem besass 'Kirstan, der 1486 Amtmann zu Blankenhain war,noch Güter zu Wundersleben, Gangloff-Sommern, Weissensee und Klein-Rudestedt, die sein Vater von dem edlen Herrn zu Querfurt eingetauschthatte, von Sachsen und andere zu Wundersleben und Frömstedt vom KlosterOldisleben zu Lehn.

Zwanzig Jahre lang hatten Kirstan und Wilhelm mit ihrer Stief-mutter Katharina, welche Sich nach Kerstans • Tode mit Reinhard vonBoyneburg verheirathet hatte, im Schlosse zu Berka, das in zwei Hälftengetheilt war, gewohnt, als in Folge dieser doppelten Wirthschaft und derTheilung der Einkünfte „Irrungen, Zwietracht und Unwille" unter ihnenentstanden. Kirstan und Wilhelm suchten daher ihre Stiefmutter und derenFamilie aus Berka loszuwerden, selbst mit bedeutenden Opfern.

Dafür, dass Katharina auf ihr Leibgedinge, welches nach ihrem Todean ihre Stiefsöhne zurückfallen musste, für ihre Lebenszeit. verzichtete,übergaben sie ihr 1505 das Dorf Münstedt mit allen seinen Gütern undGerechtigkeiten erb- und eigenthiimlich und behielten sich nur für denFall, dass die Boyenburgs dasselbe verkaufen wollten, das Vorkaufsrechtvor. Bald darauf veräusserten sie auch von den Buttelstedter Güterneinige Zinsen und Lehne an den Rath dieser Stadt.

Kirstan reiste 1514 mit dem Herzoge Johann von Sachsen nachBommern und Mecklenburg und hatte dabei sein Pferd zu Schanden ge-ritten, welches ihm der Herzog mit 35 Fl. ersetzen musste..

Bald nachdem ihre Stiefmutter Berka verlassen, hatten sich beideBrüder in ihre Güter getheilt, was in den späteren Lehnbriefen immer 'aus-drücklich betont wird, wenn auch die Belehuung gemeinschaftlich erfolgte.

Eine Vermehrung ihrer Güter erlebten sie 1525, als das KlosterBerka, nachdem es im Bauernkriege ausgepfändet worden war, aufgehobenwurde und der Kurfürst ihnen den grössten Theil. der' Güter desselben mitder Verpflichtung überliess, von den Einkünften einen Pfarrer zu unter-halten. Sie gaben aber demselben nicht das ihip zustehende Einkommenvon 4 alten Schock, bis sich, nach der Kirchen Visitation 1546 der Kurfürsternstlich in die Sache mischte.