Druckschrift 
2 (1868)
Entstehung
Seite
31
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Geschütz. Ehe die Hussiten, nachdem sie am 30. August das Kloster zuTeplitz verbrannt hatten, mit Verstärkung zurückkamen, zogen jedocli dieMark- und Landgräflichen Truppen Ende Septembers wieder nach Meissen*)zurück, woselbst der Landvoigt Dietrich von Witzleben öffentliche Dank-gebete, für die bei Brüx gewonnene Schlacht, hatte halten lassen**).

Im Jahre 1422 machte Kerstan d. .T. (9) wie bereits S. 27 erwähntist, einen Kriegszug gegen die Hussiten in Böhmen unter dem Erzbischofvon Magdeburg mit.

Auch an den Hussitenkriegen von 142G bis 1430 nahmen dieBesitzer des Wendelsteins wieder in Ii er vorragender Weise Theil.

Im Jahre 142G vereinigten sicli die Hussiten, um die Meissner undThüringer, die immer noch einzelne Ortschaften Böhmens, wie Aussig undBrü», besetzt hatten, aus ihrem Lande zu vertreiben und Aussig und Brüxwieder mit der böhmischen Krone zu vereinigen. Nachdem sie am 1. MaiLoipe erobert und verbrannt hatten, schickten sie sich an, Aussig zu be-lagern. Es war schnelle Hülfe nöthig, sollte die schwache Besatzung nichtunterliegen. Von männlichem Muthe beseelt, sammelte die KurfürstinKatharina in Abwesenheit ihres Gemahls, der sich mit dem LandgrafenFriedrich d. .T. zu Ofen hei dem Kaiser befand, ein starkes Heer vonThüringern, Meissnern und Sachsen in der Nähe von Freiberg beim DorfeLohritz und geleitete dasselbe, nachdem sie eine kräftige Ansprache ge-ll alten, bis zur höhmischen Grenze. Busso von Vitzthum befehligte dasHeer, und Dietrich von Witzleben (10), der frühere Landvoigt von Meissen,war sein Feldoberster, während der Ritter Dietrich (11) sich mit demLandgrafen Friedrich d. .T. zu Ofen befand.

Am G. Juni versuchten die Hussiten Aussig zu stürmen, wurden aberzurückgeschlagen und lagerten sich vor der Stadt in ihrer Wagenburg.Inzwischen kam das sächsische Heer den Belagerten zu Hülfe und traf,20,000 Mann stark (einige Schriftsteller geben es jedoch auf 100,000 Mannan), am 15. Juni, dem St. Veits-Tag, den Böhmen gegenüber ein. Nochan demselben Abend fanden bereits heftige Gefechte statt.

Sonntags, den IG. Juni, „am Allerfrühesten ging die erbärmlicheblutige Schlacht an." Die Böhmen standen in ihrer, aus 500 mit dop-

*) Theobald. Hussitenkriege I. p. 201.

**) Fabric. Rer. Misnic. (Ann. Urbis Misn.) p. 143. Hauptsächlich für diedem Kaiser in diesem Kriege geleistete Hülfe erhielt Markgraf Friedrich der Streitb6. Jan. 1423 die Kurwürde von Sachsen.