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Schwarzburgischen, wozu es ehedem gehörte, kommt schon seit dem Jahre1392 wiederholt in unserer Geschichte vor, indem bald die Landgrafen inThüringen und die Herzöge zu Sachsen, bald die Grafen zu Schwarzburgund die zu Gleichen Güter und Zinsen daselbst unserer Familie verliehen.1508 kaufte, wie S. 83 erzählt ist, Dietrich von Witzleben den sogenanntenHasenbach zu Bösleben mit einem Vorwerk, 7 Hufen Landes, etlichenWiesen und nicht unbedeutenden Zinsen. Als nun nach dem Jahre 1616Bring Friedrich von Witzleben nach Bösleben übersiedelte, wurde aus allenihm gehörigen Liehnstücken daselbst ein Gut gemacht, das sogenannteUntergut, welches am nordwestlichen Ende des Dorfes lag, während erdurch einzelne Ankäufe noch so viel erwarb*), dass daraus ein Freigut, dasObergut genannt, entstand, welches auf einer kleinen Erhöhung dicht beider Kirche' am sogenannten Krämpelmarkt stand und ihm resp. seiner Familiezur Wohnung diente. Wie das Untergut das älteste Besitzthum der vonWitzleben in Bösleben gewesen ist, so ist es auch nach dem Erlöschender Linie zuerst zerschlagen und an die Bauern gekommen — man weissnicht genau, zu welcher Zeit — , während das Obergut noch heut, wennauch nicht mehr in unserm Besitz, besteht und als „das von WitzlebenscheGut" bekannt ist. Kirchenpatrone sind die von Witzleben in Bösleben,wo noch andere Familien, z. B. die von Schwarzenfels, von Reitzonstein,von Poseck angesessen waren, nie gewesen und hatten daher auch keinErbbegräbniss in der dortigen Kirche. AVer von ihnen in Bösleben be-graben wurde, wurde auf dem Friedhofe beerdigt. Die wohledle undtugendreiche Frau Agnesa von Witzleben, gel), von Erffa, wurde am25. Juni 1663 in der Kirche christadligem Gebrauche nach beigesetzt,wofür die wohledlen Jungherren von Witzleben auf Bösleben der Kirche14 Thlr. als Geschenk vermachten, welches angenommen wurde mit derausdrücklichen Bemerkung, dass dieses Geld als reines Geschenk, nichtetwa als ein Kaufschilling für den Platz eines Erbbegräbnisses anzusehensei und die Junker allen desfallsigen Ansprüchen entsagten.**)
*) Bring Friedrichs Bruder, Christian Rudolph, Hans Melchior und FriedemannLudwig von Witzleben kauften am 12. März 1G29 der Gemeinde Bösleben eine Wieseab für 240 Reichsthaler, weil Bösleben „zur Erlegung der Contribution auf die vorzwei Monden in dieser Herrschaft einlogirte halbe Companey des Herrn' OberstenIsolani kein ander Mittel gewusst noch in andere Wege Rath schaffen können." DieseWiese gehörte später den Söhnen Ehring Friedrichs,
**) Kirchenbuch zu Bösleben.