Waldung rodete, daher der Name, welcher es auch von den benachbartenaltem Dörfern Roda an der Wipfer und Martinroda unterscheidet. LautUrkunden standen ehemals hier nur zwei Klöster, eine Pfarrei und eineKirche, in welche ein jetzt wüstes Dorf hei Wipfra eingepfarrt war. DerAh l, Martin (von Witzleben) zu Willingen hob die hiesigen Klöster aufund theilte ihre wenigen Güter eineni Herrn von Witzleben mit, dersich hier dann einen Hof erhaute. Nun erst wurden mehrere andereHäuser angebaut, wodurch das Dorf sich bildete." Schumann nennt wederdie Zeit, noch giebt er eine nähere Auskunft über die Urkunden, und dabei-hatten wir seine Angaben für eine Sage, zumal wir auch nirgends etwasüber einen Aht Martin von Witzleben zu Willingen haben entdeckenkönnen.
Wir kennen Neuroda nur als eins der zu der Elgersburg gehörendenbesetzten Dörfer, dessen zuerst Erwähnung geschieht am 4. Juli 1538,als Christoph von Witzlehen mit der dortigen Gemeinde einen Vertragüber die Frohndienste errichtete, dann 1548 und 49, als ebendieselbenwegen eines Teiches, der Hasenjagd und einer Wiese in Streit lagen.Dass ausser den zur Elgersburg gehörenden Lehnstücken unsere Familieschon 1552 auch einen freien Hof zu Neuroda besass, ist früher erwähntworden. Auf der Ostseite des Dorfes hatte Heinrich von Witzleben imJahre 1605 einen Rittersitz, den sogenannten Schieferhof, erbaut, der vonihm und seinen Nachkommen bewohnt wurde, jetzt aber in Kuinenliegt.*)
Ueber die persönlichen Verhältnisse der Glieder der Iii nie zu Neu-roda verweisen wir auf die Stammtafel I. 3, welche wir nach den in denArchiven zu Weimar, Gotha und Angelroda befindlichen Urkunden undden Kirchenbüchern zu Neuroda zusammengestellt haben und der wir nurwenig hinzufugen können.
Jobst Heinrich, der 4. Sohn Heinrichs, soll (nach Zedier, Univ.Lex. Bd. 57. p. 2020) 1616 in fremde Lande gereiset und verschollen,nach Ändern auf der Reise ledig verstorben sein. Dem widersprechen
*) Neuroda mit einer Mutterldrche, deren Filial Trasdorf ist, zählte 1820 gegen3G Häuser und 170 Einwohner; zur Flur des Dorfes gehörten G21 :) /4 Acker Artland,10G Acker Wiesen, 513 Acker Holz und der Egelsee von 50 Ackern. Letzteren be-sassen bis 1802 die von Witzlcben; von diesen kam er (hei Gelegenheit des Verkaufsder Elgersburg) an die herzogliche Kammer, dann an die Gemeinden zu Gera undElgersburg, die ihn 1808 für 4000 Tlilr. verkauften.