Druckschrift 
Folge 4 (1883)
Entstehung
Seite
263
Einzelbild herunterladen
 

263

geben, eine komplette Rechnung von seiner Administration, über die Einnahmeund Ausgabe von Leinungen mit dem neuen Jahr ohnfehlbar zu überschicken;ich habe aber weder von demselben, von Hrn. Rath Rudloff, noch von Hrn.Brauer etwas gehört noch gesehen, so daß ich in einer völligen Ungewißheitleben muß. Da ein solches Betragen vom Verwalter nun wider alle Ordnunglauft und Gelegenheit zu allerlei Unordnungen giebt, so habe Dir den Auftraghiermit thun wollen, die Osterferien darzu anzuwenden, um eine Reise nachLeinungen zu thun und alles genau zu röallsrLllirsn und mir von allem einengenauen Kapport zu erstatten w., besonders aber darauf Bedacht zu nehmen., obes nicht besser, daß man das Gut verpachte :c. Ich bitte Dich, nimm Dich derSache an mit Hrn. Martini und denke, daß es ja Dein eigener Vorteil ist; ichhabe mich ja auch einzig und allein um Euretwegen in diese Weitläuftigkeit ge-steckt :c. Die Rothische Angelegenheit suche bei Deiner Anwesenheit inLeinnngen durchzusetzen :c., alle Unordnungen suche abzustellen w. und kehre Dichnicht daran, daß man Dich scheel darüber ansieht. Von dem Duhm -Kustoshabe noch keine Nachricht w., nicht weniger von der Schwägerin aus Mann-heim. Daß auf künftigen Johanni die Lehnstämme von Hörle, vom sel.Major u. Ober-Berghauptmann an uns beide noch lebende Brüder aus-gezahlt werden dergestalt, daß von Horl 300 fl. Zinsen, vom sel. Major100 Mfl. und vom sel. Berghauptmann 100 Mfl. in zwei Teile geteilt, undmir folglich 250 fl. ausgezahlt werden, und so muß künftig auch des sel.Bruders Teil von GeHofen zwischen uns verteilet werden. Darauf nehmeBedacht w. Allein wie wird es dermaleins mit der Schwestern ihrem Ver-mächtnis in GeHofen. Wem fallen diese 2000 Thlr. zu? Wenn ich vor ihnenstürbe, würden selbige nach denen sächsischen Rechten nicht meinem Stief-bruder allein zufallen? w. und ich bin allzeit Dein treuer und Dich liebenderVater Ebenstem.

lilse, Nui 1774. Mein lieber Sohn! Dein Schreiben vom 1. April istsehr lange unterWeges gewesen und erst mit letzter Post eingelaufen, indessen freuenwir uns alle herzlich, daß Du unter göttl. gnädigem Beistand gesund und munterin Leinungen angekommen bist :c. In Ansehung des Verwalters habe ichgegen seine Ehrlichkeit nichts, ich will das Beste davon glauben; die Ausgabenaber, so ex in Rechnung bringt, übersteigen meine Begriffe, so wie selbige dieEinnahme übersteigen, und sehe ich nimmer ab, daß das Ende gut sein kann.Ich soll jährl. so viele Zinsen und Miusutations bezahlen, zu Gerste baarGeld geben, um brauen zu können und vom Gute nichts wieder einnehmen,das ist ja erschrecklich. Alles was Du mir hierüber anführest, überzeuget michnoch nicht, daß ich künftig meine Interessen :c. aus dem Gute ziehen werde,vielmehr sehe ich zum voraus wohl ein, daß ich alljährl. werde aus meinenandern Mitteln alles bestreiten müssen, folglich Leinungen mir zum Ruin seinund bleiben wird, wofern nicht eine andere Einrichtung getroffen wird, daß ichwenigstens soviel von Leinungen ziehe, als ich zu Bestreitung der Zinsen undMmeutatioiis nöthig habe; ich hoffe demnach, daß Du Dir alle ersinnliche Mühegeben wirst, um alles in diese Wege zu richten. Der wenige Vorrath von Ge-treide, so noch auf dem Boden liegt, kann den Kohl nicht fett machen, und über-lasse ich es Deiner Anordnung, ob selbiger beibehalten werden, oder verkauftwerden soll, da man alle Hoffnung zu einem gesegneten Jahre hat und keineTeuerung zu vermuthen ist. Zu einer Verpachtung bin ich selbst geneigt, sucheDu selbige mit dem Hrn. koiuuüssions - Rath zu stände zu bringen und mireinen richtigen Anschlag zu meiner approbatiou anzufertigen, ehe ein Zuschlag ge-schieht, und überschicke mir solchen.

Ich habe mit dem Rath kuäloll wieder nichts abgemacht, als ihm geschrieben,er möchte sich dasjenige ansetzen, was ihm als Justizamtmann zukomme, ich über-