Der fürstl. Nassau-diez. Regierung über den Kammerherrn Grafen von Edelsteingeführte Beschwerde betr., 1727, 'im k, Hauptstaatsarchiv zu Dresden. I^oo. 8305. blr. 17.
Karl Freiherr von Eberstein,
Stifter der noch buchenden AMenburger Wrccnche
(S. 1181),
war der 6. Sohn Christian Ludwig's v. Eberstein auf Neuhaus w.,fiirstl. anhalt.-bernb. Ober-Berghauptmanns und Oberaufsehers des Fürsten-thums Harzgerode, und der Eleonore Sophie geb. Herrin von Wertherna. d. H. Beichlingen. Er wurde am 25. Nov. 1687 nachmittags 1 Uhr aufdem Schlosse Neuhaus geboren und am 30. es. m. durch den Pfarrer zuRötha getauft. Sein Vater war damals herzogl. brannschw.-lnneb. Rittmeistera. D. Seine Pathen waren Georg Graf zu Stolberg, Joachim WernerSpiegel von Pickelsheim, Domherr zu Halberstadt, Alexander Ludwigvon Kalb, furstl. anhalt. Stallmeister zu Zerbst, Lieut. v. Werder (verm.mit Thoma Lucia, des Domdechanten zu Havelberg Thomas v. Grote undder Hedwig Lucie geb. v. Eberstein Tochter), Ernst Friedemann v. Wer-thern, knrsächs. Lieut., Christian Ludwig's v. Eberstein SchwiegermutterAgnes Magdalene v. Werthern geb. v. Häseler, Fr. Geh.-Räthin v. Selm-nitz, Fr. Witwe v. Rössing, Frln. Hedwig Eulalia, des DomherrnAnton Albrecht v. Eber stein älteste Tochter.
Unter den Pathen seines am 7. Aug. 1697 auf Neuhaus geborenenBruders Aug. Christian Wilh. befanden sich außer der Fürstin AugustaSophia von Anhalt geb. Fürstin von Nassau-Dillenburg auch „Se.Durchl. Prinz Wilhelm Fürst zu Nassau-Dillenbnrg" (vgl. v. E.,Gesch. 1138), der seine Jugend bei seinen Verwandten ans dem Harze ver-lebte. Er war oft auf Schloß Neu Haus gewesen und hatte mit ChristianLudwig's v. Eberstein Familie viel verkehrt. Hier hatte, wie unzweifelhaftanzunehmen, Fürst Wilhelm zu Nassau-Dillenburg den kleinen damalsnoch sehr jungen Karl v. Eberstein kennen gelernt und denselben so liebgewonnen, daß er ihn zu Anfang des 18. Jahrhunderts nach Dillenburgkommen ließ und zunächst zu seinem Kammerjnnker machte. In Dillenburgverheirathete sich Karl v. E. im Anfange des Mai 1713 mit Maximiliane,der einzigen Schwester des fürstl. nassau-dillenb. Ober-Stallmeisters JohannKarl Friedrich von Büring. Das junge Ehepaar unternahm nach voll-zogener priesterl. Kopulation eine Reise nach dem Harze, um ihre Eltern aufNenhaus zu besuchen. Dort wurde am 27. Mai 1713 folgender Ehevertragerrichtet:
Zu wissen sei hiermit :c. Demnach 2c. zwischen w. Hrn. Karl von Eber-stein, hfl. Dillenburg. w. Kammerjunker, und :c. Frauen Maximilianä ge-borne von Büringen neulichst ein Ehebündnis geschlossen und durch priesterl.Kopulation adel. vollzogen worden, so ist von beiden Teilen, und zwar mitKonsens Dero :c. Eltern, absonderlich des Hochwohlgebornen Herren Hrn.Christian Ludwigs von Eberstein, auf GeHofen :c. Erbherrn, wie auch