Gedicht auf die Fehde zwischen Fürstbischof Heinrich III. von Bam-berg und Albert Stiebar d. I. und dessen Sohne Leopold 1492.
Es begab sich auch zur Zeit unverschenlich Fehd und Streit, wie das auch zu jetzigenStunden in alten Briefen wird gefunden, zwischen Bamberg, dem hohen Stift, und stehtdazu in alter Schrift: als weiland Herr Bischof Heinrich, des Geschlechts ein Groß,hochloblich regiert dieser Zeit fürwahr Vierzeh e uhundert neunzig zwei Jahr, hättenbced Alb recht der Jünger, dann sein Sohn Leonwold Stieber Zuspruch, das dathät treffen an, davon wollten sie nicht ablan, ein See oder Weiher Gcstad, welchedamals gelegen hat in der Watten (eine Stelle in einem Weiher w., die man durchWadenkann) am Röttenbach, zugleich ob demHusberg hinnach, die BischofLudwig hoch-würdig (Markgraf zu Meißen, 1366 z. Bischof erw., 1381 Erzbischos zu Magdeburg, st 1383)vor Jahren geliehen gnädiglich Herr Konraden Stieber Rittern (der Altere vonButtenhcim und Aisch, bamb. Hofmeister, 1358—1339); hernach ein ander Ort, was fern,dannen ward in der Mark benennt. Boriqs kam aus der Sticber Händ. Hierauserfolgt Fehd und Zwietracht, Leonwold warb erklärt in die Acht. Solches ihme sehrhart verdroß, Bamberg nahm ein Buttenhcim das Schloß, ließ führen nach Forch-heim hinein voraus Hausgcräth, Treid und Wein, und bald darauf stecktcns zuHand Dreuschendorf den Flecken (ganz nahe bei Buttenhcim) in Brand, so denStiebern ganz und fast gar dazumal unterworfen war. Gar schöne Eichen ohne Ziel,der wurden gefället gar viel, aus der Slieber Holz, wie verlaut, zu Bamberg zurSeesbrück verbaut. Die Sticber haben bald hierauf mit ihren Helfershelfernund Häuf, Sigmunden von Thüngen Rittern (st 1522), Philipp von Selbund Marx Dienern, Philipp Truchscß (st 1517) und andern mehr, genommen einganz ungefähr das Schloß, so genannt Scheltenberg, gelegen von der Schwabachüber zwerg voraus, und was sie bekommen, alles mit ihnen genommen. Als damalendie Stieber gehabt, damit fürnehmlich ist begabt von Kaiser Friedcrichen mildKonrad Stieb er Geschlecht und Schild, der seine Dienste im Ungcrnkrieg bewiesen hatganz ritterlich, mit dem Hochgericht nnd Pranger, so ihme verkauft der edl HerrGottfried genannt von Schlüsselberg «Gottfried IH., st 5. Juni 1308), und wolltdarzu das vorige Werk nicht werden zu Ruhe gebracht, ein Teil dem andern sehr nach-tracht, ließe bcederseits etliche fangen, die Sticber ein lassen hangen gegen Forchheiman ein Weichsclbaum. Der Pranger aber zu Butten heim ward zerworfen und nic-dergefällt, die Gefangenen geschleppt ums Geld. Dieses währet so lang und viel, bis eskam zu einem andern Ziel. Daß beede Teil gänzlich geschlicht, worden drei Bertrag ufge-richt. Der erste durch Markgraf Sigmund (st 26. Febr. 1495 im 27. Jahre), denandern zu schließen begundt Pfalzgraf Philipp Kurfürst am Rhein, der dritt wardaufgericht allein von etlichen aus der Ritterschaft, und wurden die, so in VerHaft, entledigetvon beederseits Händ und hat so diese Fehd ein End.
Archiv für Oberfranken III. 2. Heft. S. 65 ff.
Albert und Leopold Stieber sind in ihrer Fehde gegen Bamberg demAnschein nach auch durch die Markgrafen unterstützt worden, denn am 9. März1492 quittiert der markgräfl. Rath Mangold von Cbersicin den GebrüdernFriedrich und Sigismund, Markgrafen von Brandenburg, 22 fl. für einbraunes Pferd, das ihm „in ihrer Gnaden Dienst verdorben ist."
Urk. im k. Archive zu Bamberg.
S. 529 und 531.
Hans Thomas von Absberg, dessen zwischen Günzenhausen und Spaltgelegenes Stammhaus schon in alter Zeit ein „vermert" (verrufenes) Haus war,begann 1520 mit den Grafen von Otlingen Händel. Zum Vorwand dientenihm einige alte Ansprüche seiner Familie. Ähnliche Anforderungen an diese Grafenmachte damals auch Christoph Marschalk von Pappenheim. Des Mar-schalks Sache machte nun Absberg auch zu seiner eigenen, um diese Forderungenmit Gewalt durchsetzen zu können. Unter seinen Helfern finden sich die ausMangold'g v. Ebcrstcin Fehde gegen Nürnberg bereits bekannten Kunz vonRosenberg, Philipp Geyer, Marsilius Voit, Christoph von Issika,Jorg Walch, Gocker genannt u. a. Absberg's Knechte Veit Scharpf, dasVeitlein genannt, Jorg Rechbcrger, auch Flöhlein genannt, und Ender-lein Hammerschmid waren tollkühne Leute nnd spielten in diesen Fehden oftdie Hauptrolle. Der Graf Joachim von Otlingen, auf den es Hans Tho-