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Folge 4 (1883)
Entstehung
Seite
77
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geschlichtet. Als i, I. 1486 Diepvld v. Geroldseck gegen den Willen desKurfürsten, von welchem er die Burg Ortenberg zu Lehen hatte, ein Dienerdes Erzherzogs Sigmund von Österreich wurde und dieses Verhältnis trotz derVorstellungen Philipps nicht löste, schickte dieser (31. Juli 1486) einen Teil seinerTruppen nach Gerolds eck, dasselbe zu belagern, Am 29. August erschien derKurfürst selbst mit den Bischöfen von Worms und Speyer, 25 Grafen und Herrenund 1306 Reisigen, allein der Pfalz Ritterschaft und keines Fürsten Zuzug,4000 gewappneten Fußgängern, 250 Schweizern, 800 Wagen und 1600 Wagen-knechten, 3 Hauptbüchsen, 24 Schlangen, 25 Sturmbüchsen, 30 Vogler und 200Hakenbüchsen vor der Beste.

Sechs Wochen lang wehrte sich der Hauptmann Sebastian von Andlanck mit22 Edelleuten und 91 Bauern wacker. Herzog Philipp aberfing an zuschießen mit allen Werken, daß Berg und Thal erschallte. In acht Tagen zer-schoß er das Schloß Geroldseck, daß sich jedermann verwundert. Dann manvermeint, Geroldseck wäre in Jahr und Tag nicht zu erobern."

Unter den Grafen, welcheum Egidii llniuz i486 mit Pfalzgraf Philipsenim Feld für hohen Geroldseck gewesen", befanden sich die Grafen Kraft undAlbrecht v. Hohenlohe, die Gr. Otto und Philips v. Solms, Gr. Ludw.v. Isenburg, die Gr. Bernhard v. Eberstcin ssn. und fem., die Gr, Philipsv. Hanau sen. und jun.

Und unter den 32 Edlen des älteren Grafen Philipp v. Hanau, welchedie ser Belagerung beiwohnten, befanden sich Diez v. Neid eck, Wienrat Mar-steller, Dietrich v. Plettenberg, Werner v. Waldenstein, Joh. v Sick-ingen, Jtel v. Stanbitz, Wernher v. Weihers, Hans. v. Ebersberg,Bastian v. Lauter, Philipp v. Eberstein.

Herzog, Elsasser Chronik (1592), 2. Buch 130 u, 5. Buch 123; Würdingcr, baher.

Kriegsgeschichte II. 34 u. 35,

Kurze Zeit darauf eroberte der Kurfürst auch die Burgen Reichshofenund Hochfelden, worauf sich Diepold v. Geroldseck, den der Erzherzogauf Geheiß des Kaisers nicht unterstützen durfte, sich mit seinem Lehnsherrn ver-söhnte.

S. 529.

Die Brandenburger waren ohne Unterlaß darauf bedacht, das markgräf-liche Gebiet auf Kosten der Bischöfe von Würzburg und Bamberg inFranken auszudehnen. Diesen Zweck in Beziehung auf Bamberg zu erreichen,bot sich für Markgraf Friedrich die beste Gelegenheit in den MißHelligkeiten, diezwischen Bischof Heinrich III. Groß von Trockau (1437 zum Bischof von Bam-berg erwählt, 30. März 1501) und dessen Lehensmann Paul v. Streit-berg bestanden. Das von letzterem angebotene Öffnungsrecht in Streit-berg, welches ihm einen festen Punkt zum Schutze des seit 1405 angemaßtenGeleites von Ebermannstadt bis Baiersdorf bot, nahm der Markgraf 1436 freudigan. Als Bischof Heinrich sich dieser Verletzung der Lehnspflicht widersetzte,veranlaßte Markgraf Friedrich den Albert Stiebar den Jüngern zuButtenheim, Aisch und Wachenroth (verm. 1473 mit Veronika geb Truchseßv, Wetzhausen) und dessen Sohn Leopold (geb. 1476, f in kaiserl, Kriegs-diensten) zu einer Fehde gegen Bamberg. Stiebar verbrannte mit seinen Ge-nossen Sigmund v. Thüngen zu Burgsinn und Bucholt (verm. mit Susannageb. v. Redwitz, ft 1522) und Philipp Trüchsen w. (geb. 1464, verm. mit Kuniggeb. v. Thüngen, ß 1517) das bischöfliche Schloß Schelleuberg bei Schwa-bach, wogegen ihnen die Bamberger Bnttenheim und den Flecken Dreuschendorf (1492) abnahmen (Würdinger, Kriegsgesch. II. 117),