Burg Eberstein.
S, 61,*)
sen Grundstock des Rhöngedirges bildet das Plateau der HohenRhön, welches in einer Länge von 33 Kilometern und in einerHöhe von ca. 860 bis 900 Metern zuerst in der Richtungvon Nord nach Süd, vom Engelsberge bei Tann bis zumSchwabenhimmel (zwischen Wüsten-Sachsen und Bischofsheimvor der Rhön), dann hier nach Nord-Nord-West umbiegend bisAbtsroda sich erstreckt und in dem massigen, westlich steil ab-fallenden Abtsroder Gebirge endigt, dessen höchster Punkt die große Wasser-kuppe (950 Meter) ist. Hieran schließt sich nach Westen ein System vonteilweise nicht viel weniger hohen Bergen, nämlich die kuppenreiche Rhön,welche, durch die Ulster und Brand von der Hohen Rhön getrennt, durcheinen Gebirgssattel mit der großen Wasserkuppe in Verbindung steht undihre Ausläufer zwischen Ulster und Haun bis in den Kreis Hünfeldentsendet. Der höchste Punkt derselben ist die Milseburg (832,7 Meter).Unfern der Milseburg und dem Dorfe Brand, im alten Bnchenlande, liegtauf einer dunkel bewaldeten kesselförmigen Phonolithkuppe (645,6 Meter),die im Volksmunde den Namen Tannenfels (Tann-Fuldisch, Tann-Földsch)führt, das Stammhaus des jetzt noch blühenden reichsritterlichen GeschlechtesEberstein. Hier hausten die Ritter v. E. in Unabhängigkeit, bis sie imJahre 1150 von damals gewöhnlichen Widerwärtigkeiten betroffen wurden.Kaspar Brusch berichtet darüber in seiner Schrift „De inormstariis der-wumius prusaipuis", p. 61a, wo er von dem Abte Marquard von Fuldahandelt: „Uresna Uassslstaiir ab arüsvsssoribus psr vim oaeupats.rupaauuiis numsratis parsolvit aa amit, avevin Ubeistaiu vi eapit".Eine noch schlimmere Katastrophe trat 1282 ein. In diesem Jahre „andem Dinstage nach Sente Petirstage ime lentzerU beschlossen nämlich derBischof Berthold von Würzburg und der Abt Berthold II. von Fulda:
„Wir schulten mit einander daz Hus zu Ebbirstein brechen, vnd vnserdeweder, noch dechein vnser nachkumeling sal daz wider buwen, noch füllen vur-hengen, daz es jcman wider buwe."
„Wir schulten och mit einander buwen zu Brandowe Burg vnd Stat,vnd alliz daz Gut, daz in die Marke zu Brandowe höret, daz sulle wir miteinander haben gemein."
Aus Jäger's Briefen über die Hohe Rhön Frankens (S. 156 ff) istersichtlich, daß zu Anfang dieses Jahrhunderts noch ansehnliche Überrestedes alten Ritterschlosses vorhanden waren. Dieselben sind jedoch leider imLaufe der letzten Jahrzehnte soweit geschwunden, daß nur noch aus den stellen-
*) Die betreffenden Citate beziehen sich auf die entsprechenden Seitenzahlen, Num-mern rc. meiner „Geschichte der Freiherren von Ebcrstcin".
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