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Ihre Selbstbiographien nebst einer kurzen Geschichte d. Hauses Zinzendorf
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204 SELBSTBIOGRAPHIE DES GRAFEN KARL VON ZINZENDORF.

Absichten haben, ohne jemals über die Mittel, solche zu er-reichen, ernsthaft nachdenken zu wollen: diese Gebrechen aufSeite des Regenten; Stolz und Uebermuth und ein neidischerGeist der Unabhängigkeit von Seiten der Referenten und Räthewaren die Hindernisse, welche dem Grafen dieses wichtige Prä-sidium im höchsten Grade sauer machten; sie vereitelten gänz-lich und unaufhörlich sein unablässiges Bestreben, richtigeund zweckmässige Massregeln zuerst festzusetzen und dannallererst zur Ausführung zu schreiten. Der Kataster ward über-eilt, mit Widersprüchen angefüllt und schlechterdings verfehlt,mit gewaltsamen Eingriffen in das Eigenthumsrecht, welche garnicht hergehörten, vermengt, und der Graf sah sich in seinemGewissen gedrungen, unter der folgenden Regierung selbst zurWiderrufung desselben werkthätig beizutragen. Er hat seinevergeblichen und fehlgeschlagenen Bemühungen und den ganzenhistorischen Verlauf dieses kühnen Versuches in einem eigenenWerke in Folio aufgezeichnet und dadurch seine Rechtschaffen-heit und Gesinnungen für das öffentliche Wohl vor unver-dienten Vorwürfen der Nachwelt gerettet.

Zu Ende September 1784 war der Graf auf der KommendeGross-Sonntag. Vor Ende dieses Jahres sollte es des Streitesüber Eröffnung der Scheide wegen zum Kriege mit Hollandkommen. Den ganzen Winter litt der Graf an Augenschmerzen,mitten unter der vielen Arbeit, welche ihm im Frühjahre 1785die Anherkunft der Länder-Referenten in dem Steuer-Peräqua-tionsgeschäft verursachte.

Versammlung am 31. März 1785 unter Kaiser Josefs II.Vorsitz, wo die in ihre Provinzen abreisenden Länder-Referentenihre Instruction zur Steuer-Peräquation erhalten sollten. NeueEintheilung des Königreichs Ungarn in zehn und des Gross-fürstenthums Siebenbürgen in drei Kreise. Hofrath Born's An-trag, die Verquickung der Silber-Erze an die Stelle der Schmel-zung zu setzen. Unkluge Fragen des Hofrathes von Sonnenfelsveranlassten eine wichtige Arbeit des Grafen für Se. Majestätüber die in unseren Erblanden muthmasslich umlaufende Geld-masse.

Den 22. Juni 1785, Früh um 4 Uhr, starb des Grafeneinzige und geliebte Nichte Theresia Gräfin von Dietrich-