SELBSTBIOGRAPHIE DES GRAFEN KARL VON ZINZENDORF. I 7 5
Ehrenmitgliede. Den 19. befand sich Graf Karl zu Freiburg imUechtland, den 25. in den Salzwerken zu Aigle und Bex mitdem gelehrten Haller; den 1. October zu Genf, von wo auser am 3. und 8. den berühmten Voltaire zu Ferney besuchte.
Am i5. October befand sich der Graf von Zinzendorf zuLyon, den 28. zu Montpellier, den 2. bis 12. November aufdem Canal royal de Languedoc, den 6. zu Toulouse, den i5.zu Avignon, den 21. zu Marseille, den 5. December zu Tou-lon, den 10. zu Antibes, von wo er seine erste Seereise nachGenua antrat.
Am 18. December 1764 langte der Graf von Zinzendorfnach einer langwierigen Schifffahrt von Savona zu Genua an;den 10. Januar 1765 war er zu Turin, am 3. Februar zu Mai-land, woselbst er durch sechs Wochen die Gastfreundschaft deswürdigen Grafen von Firmian genoss und Thatsachen von derösterreichischen Lombardei einsammelte. Den 21. März war erzu Parma, den 2. April zu Rom, woselbst er die Charwochezubrachte und die Alterthümer fleissig besuchte, den 18. Aprilzu Civita-Vecchia, den 3. Mai zu Neapel.
Des Grafen ältester Halbbruder hatte indessen ein Reskriptdes Hoch- und Deutschmeisters Herzogs Karl von Lothringenvom 24. März 1765 ausgewirkt, kraft dessen Graf Karl vonZinzendorf in des hohen Deutschen Ordens Bailei Oesterreichaufgenommen ward. Ein anderes Reskript vom 18. August 1765ertheilt dem Grafen einen zweijährigen Aufschub des Noviziat-jahres nebst der Ran'gsreservation gleich nach dem Grafen vonThun, der sich bereits im Noviziat befand. Durch ein weiteresReskript vom 5. Januar 1767 ward der Aufschub des Noviziatesbis zum 18. Februar 1769 verlängert. Endlich setzte ein Dekretder Ballei Oesterreich vom 10. Juni 1768 noch fast vier Monatehinzu und vergönnte dem Grafen, das Noviziatjahr erst den10. Juni 1769 anzutreten,.
Unterm 10. April 1765 schrieb der Fürst von Kaunitzdem Grafen, Ihre Majestät gestatteten ihm, die Insel Malta zubesuchen und dort durch Karawanen oder Kreuzzüge auf denFahrzeugen des .Tohanniter-Ordens jene Feldzüge zu Lande zuersetzen, welche zu seiner Aufnahme in den Deutschen Ordenerforderlich wären. Demzufolge segelte der Graf von Neapel