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Ihre Selbstbiographien nebst einer kurzen Geschichte d. Hauses Zinzendorf
Entstehung
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1 50 SELBSTBIOGRAPHIE DES GRAFEN VON ZINZENDORF.

Die bei der aufgehobenen Hof-Rechenkammer angestelltgewesenen Hofräthe Puchberg und Evers wurden von der Hof-und Staatskanzlei bei dem galizischen Departement angestelltund als dieses letztere im Jahre 1776 aufgehoben ward, so kamHofrath Evers zu der böhmischen und österreichischen Hof-kanzlei; Schwarzer ward Hofsecretär bei dem galizischenDepartement.

Den Sommer des Jahres 1773 brachte der Graf von Zinzen-dorf zu Dornau, einem kleinen Landgut unweit seiner HerrschaftEnzesfeld gelegen, welches er im Jahre 1771 für 22.000 fl. er-kauft hatte, zu, er beschäftigte sich daselbst ganz vergnügt mitder Landwirthschaft.

Der Tabakspacht ward 1773 erneuert um einen Pacht-schilling von 1 ,600.000 fl., mitbin um 400.000 fl. erhöht, unddie neuen Pächter zahlten 5ooo Dukaten an das geheime Kammer-Zahlamt.

Einer der Actionäre war der Freiherr von Fries und seinAntheil ward auch auf seiner Tochter Leben versichert.

Mehr als 60 Individuen von der aufgehobenen Hof-Rechen-kammer waren theils in den Quiescentenstand versetzt, theilsjubilirt worden, und zwar die geschicktesten unter den Subalternen.

Im August 1773 ward von einem Projekt gesprochen, dieCentraibuchhaltung mit dem Staatsrathe zu vereinigen. DochLischka; der das Centrai-Hauptbuch führte, reiste nach Böhmenauf die Kameralherrschaften und das Geschäft blieb gänzlich liegen.

Die Stelle eines Landmarschalls war dem Grafen vonZinzendorf schriftlich zugesagt, allein der aus Galizien mit Un-zufriedenheit des Kaisers zurückberufene dortige Gouverneur,Graf von Pergen, erhielt diesen Posten, der ihm früher gleichfallsversprochen worden war.

Am 12. September ward die Bulle Clemens XIV., kraftwelcher der Orden der Jesuiten aufgehoben worden ist, in demCollegium Theresianum sowohl als in allen drei Jesuitenhäusernpublicirt, der Vice-Kammerpräsident Graf von Wrbna nahm inAbwesenheit des Hof-Kammerpräsidenten Besitz von den Tempo-ralien. In allen deutschen und ungarischen Erblanden befanden sich2881 Jesuiten, wovon die Hälfte aus Laienbrüdern, Novizen undSolchen, die noch nicht die letzten Gelübde abgelegt, bestand.