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KURZE GESCHICHTE DES HAUSES ZINZENDORF.
stand aufgezeichnet; in der Original-Matrikel des Ritterstandesaber ist dessen Name gar nicht anzutreffen, zum gewissen Kenn-zeichen, dass sich dasselbe seit undenklichen Zeiten in demniederösterreichischen Herrenstande befand. Von jenen achtnoch blühenden Geschlechtern, welche sich des gleichen Vor-zuges zu erfreuen haben, ist nur ein einziges, gleich demgräflich Zinzendorf'schen, ein ursprünglich niederösterreichischesGeschlecht.
Die Endung des Namens Zinzendorf verräth einen deut-schen Ursprung. In den ältesten Urkunden findet man zuweilenCzinczendorf, zuweilen Zünczendorf geschrieben. Einer der erstenWohnsitze des Geschlechtes lag allem Anschein nach in derGegend des Cistercienser-Klosters Lilienfeld. Verschiedene unterden ältesten Urkunden des Zinzendorf'schen Geschlechtes werdenin dem Archive des erwähnten Stiftes aufbewahrt.
Der Name Zinzendorf dürfte aus einer Zusammenziehungdes Wortes Inzendorf (Imizinesdorf), einer Ortsbezeichnung,die in Oesterreich öfter vorkommt, mit der Präposition,,ze" (zu) entstanden sein, ähnlich wie im Mittelalter Zudmars-velde aus „ze Udmarsvelde" und Machland aus ,,im Achland"wurde.
Das Prädium Czinczenhof im Forst, welches Heinrich II.von Zinzendorf nebst seinen Söhnen Heinrich III., Rudolf I.und Seyfried I. im Jahre 1332 dem Kloster Lilienfeld verkauft,nennt zwar Hanthaler in dem noch ungedruckten viertenTheil seiner Fastorum campililiensium das Praedium gentiledieses Geschlechts. Es scheint aber dieses Prädium eher seinenNamen von den Herren von Zinzendorf entlehnt, als denseinigen ihnen gegeben zu haben. Es liegt dieser Czinczenhof imViertel Ober-Wienerwald in der Nachbarschaft von St. Leon-hard am Forst (Weiskern, Topographie von Niederösterreichvom Jahre 1770) zwei Stunden von dem Markte Mölk andem Flusse Mölk. St. Leonhard am Forst aber ist eine mitdem Stift Mauerbach zum niederösterreichischen Religionsfondeinbezogen gewesene Herrschaft an dem Flusse Mölk unweitMölk und gegenwärtig Eigenthum des k. k. Familien-Fidei-commisses. In dem Chronicon Lunaelacense werden pag. 71,72 und 79 zwei Urkunden von den Jahren 829 und 843 an-
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