2 EINLEITUNG.
dem ehemaligen ständischen Archive zu Linz befindlichen Land-Hand-Feste des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns; Rein-harts Strein, Herrn zu Schwarzenau, und viele andere gedrucktegenealogische Werke; endlich verschiedene Grabschriften undDenkmäler, unter anderen die in der Kapelle zu Hauseck beiGresten in Niederösterreich, waren die Hilfsmittel, welche denVerfasser dieser Sammlung in den Stand setzten, eine durch Ur-kunden bewährte Geschlechtsfolge der Zinzendorfer zu entwerfen.
Es ist bei dem damaligen Stande der Geschichtsforschungund der geringen Kenntniss der Archive Staunenswerth, wiereichlich die familiengeschichtlichen Nachrichten selbst bezüglichder ersten Jahrhunderte des Bestehens dieses Geschlechtes zu-sammengetragen sind, und geben diese zahlreichen Notizen leb-haft Zeugniss von der bewunderungswürdigen und unermüdlichenThätigkeit des vorerwähnten Grafen Karl, der bei seinen vielenanderweitigen wichtigen Geschäften, trotz schwächlicher Ge-sundheit und häufigen Augenleidens, um diese Nachrichten zusammeln, einen umfangreichen Briefwechsel führte und eigensReisen unternahm.
Sowie sich aber die Familiengeschichte jenen Zeiten nähert,in welchen der Verfasser lebte, wird dieselbe immer eingehen-der, genauer und interessanter, insbesondere wenn Graf Karlseinen eigenen Erinnerungen und scharfen Beobachtungen nach-schildert.
Wir wollen im Folgenden einen kurzen Auszug aus dieser,,Geschichte der Zinzendorfer" bringen und denselben den beidenSelbstbiographien voranschicken, da durch ihn das Verständnissmancher Punkte der Biographien wesentlich erleichtert undüberhaupt die Veröffentlichung einer urkundlich belegten undzusammenhängenden Erzählung der Schicksale dieses Hauses,das durch Jahrhunderte eine ziemlich bedeutende Rollein der vaterländischen Geschichte und insbesondere in jenerNiederösterreichs spielte, nicht ungerechtfertigt scheint, indem