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Der HErr bewahre deine Gebeine in der Grusft, daß sie ruhig schlaffen, und deineSeele geniessc in GOtt ewige Freude! Der HErr lasse die Höchstbetrnbtc Leidtragendedie Jahre erreichen, die der wohlsceligstc Herr Hof-Rath seinen Jahren nach hätte er-reichen können. Uns alle aber lehre Er bedrucken, daß ein Ende mit uns haben muß,und unser Leben ein Ziel hat, und wir davon müssen. Unsere Tage sind einerHand breit bch Ihm, und unser Leben ist wie nichts für Ihm.
HErr lehr uns unser End bcdenckcn,
Und daß man einstcn sterben muß,
Die Seel in IEsn lvnnden sencken,
Und ja nicht sparen unser Büß,
Ach GGtt! wir bitten durch Ehristi Blut,
Mach Du es mit unser aller Ende gut.
Solches von GOtt zuerlangcn beten wir ein andächtigesVater Unser, zc.
Hoch und Wohlgetiohrne
Hoch ansehnliche Leichen - VersammlungeInsonders höchstbetrübte Leidtragende,
jArum ist nichts beständigers auf der Welt zufinden, als dieUnbeständigkeit? woher komts, daß diejenige Hosfnungc, welche kürtzzuvor ans Felsen gegründet znsehn schiene, in einem unglücklichen Augen-blick, o Jammer! gleich einem flüchtigen Strohme zergehet? O Wunder,blühende Säulen der Roputio, ich will sagen, mit weit strahlender Ge-lehrsamkeit begabte Männer, welchen die Tngcndliebcnde Vorwelt dreh Lilien an denendreh Ecken eines Triangels ins Wappen gcsctzct, müssen sich auch für dem schwachenTodcspfcil fürchten und verblühen. Diejenigen, welche andern öfftcrs kräsftigcn Trostgeschencket, durch ein cintziges Todes-Ungcwitter in den Staub gelegct werden. Jamehr als zuwahr sind jenes Mähntzischen im zehendcn Lseulö lebenden Erh-BischvsssbMIVMILI nachdenckl. Worte:
Lonl'tsb vsre, niüil ortnin tins carsre.
Blas einen Ansang hat, das gehet auch zu Grunde;
Drum dencke stets, o Mensch, an deine letzte Stunde.
Ich zweifele nicht, Hoch- und Wcrthgcschäütc, Sic werden hierdurch insge-samt in die gröste Verwunderung gcsctzet werden, was doch der Zweck und Absehenmeiner so bestürtztcn Worte seh: Sie werden aber hosfentl. derselben Erklärung finden,wenn ich Schmcrtzens voll melde, daß der Hochwürdige und HochwohlgcbohrneHerr George Friedrich von Gbcrstein, der hohen Stiffts-Kirche zu Naumburgältester Najar Urwbenckat, wie auch Jhro Chur-Fürstl. Gnaden zu Mäyntz Hof- undJustitien-Rath am andern dlovemdris dieses ietzlauffendcn 1716ten Jahres in Merse-burg zur höchsten Betrübniß sowohl seines hohen Hauses, als aller hohen Angehörigen,das Zeitliche mit dem Ewigen verwechselt und in GOtt seligst verschieden. Wie mich
nun