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Folge 3 (1880)
Entstehung
Seite
256
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An Trübseligkeit und Creutz schlete es Ihr cinch an Ihren eigenen Leibe garnicht, dann der offt mit sehr übel ausstehenden, und gefährlichen Zufällen begleitetenKindbetten gäntzlich zngeschwcigen, legete GOtt Ihr nacb seinen allezeit heiligen Willenviele harte Kranckheitcn auff, aus welchen Sie mit grosser Mühseligkeit gerissen ward,und die Krafft seiner Allmachts-Hand empfand und preisen koute.

Was vor unsägliche Schmertzen erduldete und übertrug Sie nicht, als 1690.die Pferde mit Ihr dnrchgiengen, und Sie im heraus springen die Schulder aus-siel, und den Arm zerbrach, ja mit was lkslolution und Gednlt ließ sie wegenübeler Heilung und Verwahrlosung sich nicht solche zu zweymahlcn wieder ausrencken,und zerbrechen.

Und endlich was hat Sie nicht ausgestanden, da Sie sieder 7. Jahren fast keinegesunde Stunde gehabt, sondern zu drey Viertel und halben Jahren an einen Stückan den hefftigsten Stein- und Gicht-Schmertzen, wie eine Taube gegirrct und gewinselt.Da hat es recht wie bchm vaviä geheißen: HERR, deine Hand ist Tag und Nachtschwehr auff mir, daß mein Safft Verdrucknet, und meine Gebeine verzagen, und Sicofft mit Riad seusftzen müssen:

Elende Nächte sind mir viel worden.

Doch wie die Palmbänme durch die grösts Last nicht mögen unterdrücket werden,also erwieß unsere Höchstseeligc Frau Ober-Auffseherin sich auch bep allen diesen herbenTrauerfällen Kranckheitcn und Leibes - Schmertzen, sonderlich aber bep dem lctzternHcrtzens-Stoß den Verlust Ihres lieben Herrn Gemahls zwar billig höchst weich-müthig niedergebeuget und betrübet, doch dabey Christlich, gelassen, und standhafft,daß Ihr dahero mit recht das Sinnbild eines Palmbaums zugeeignet werden mag,welcher von schwehrer Last zwar gedruckct, aber nicht unterdrucket wird, mit dem

Beywort: 8LV «0dl 0?UUIU1'11IU,

Vb wohl mich die Last thut bücken,

Kau sie mich doch nicht unterdrücken.

Ihre Guthertzigkeit gegen Bedrängte, Ihre Wohlthätigkeit gegen Arme, IhreHäußligkeit und Verstand in cseonomischcn Geschäfften, Ihre Liebe und Sorgfallt vorIhre Kinder und deren Erziehung, sonderlich den jüngsten Herrn Sohn, Ihre Ver-träglichkeit mit Jedermann sind so bekand, daß nicht nöthig, davon das geringsteWort zu machen.