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Folge 3 (1880)
Entstehung
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243
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Ey! wie schnell, und wie wcchl l

Es ist unter denen Gelehrten ein uhralter stets währender Streit gewesen, wel-ches das glückseeligste Lebens-Ende sey?

Entweder durch einen geschwinden Todt aus der Welt gerncket werden, und sozu reden, dessen Bitterkeit nicht einmahl zu schmecken bekommen, oder aber durch einelangsame Sterbens-Arth seinen Geist aufgeben. Bey denen Heyden hat es seine billigeAbfälle gehabt, die dem Todt allein aus blinder und eingebildeter Großmnth getrostentgegen gegangen, bey ruchlosen Welt-Kindern hat es nicht minder seine grosse undwichtige Bedenckligkcit, weil selbige leicht durch den Todt in ihren Unwesen übereilet,also in Sünden hingeraffet werden können: so viel aber rechtschaffene und einen gott-gefälligen Tugend-Wandel führende Christen anbetrifft, glaube ich, wird niemand mitVernunfft ableugnen können, daß vor selbige eine knrtze Empfindligkeit eines geschwindenTodes am besten sey, weil selbiger sie allezeit in einer guten Lebens- und Seelen-Beschaffenheit findet, mithin nicht ausser Christlicher Sterbens-Betracht- und Bereitungantreffen kau: Noch viel glückseliger aber ist derjenige, dem ein Büß- und Versöhnnngs-Tag mit seinen GOtt zum Todes-Tage, und eine Vereinigungs-Stunde mit dem Sün-den-Tilger JESU durch dessen allerheiligstes Sacrament des Nachtmahls zur letztenLebcns-Stnnde von GOtt bestimmet und verordnet ist: Alsdann kau man recht getrostmit dem weisesten Könige Laloino sagen und preisen:

lvie der Banm fället, so wird er liegen.

Diese Glück- und Seligkeit ist unscrm Hochsecligsten Herrn Ober-Aufseher vonEberstein bekanntlich wicderfahrcn, von dessen Geburth, Leben und Tode, wir Christ-ziemlichen Gebranch nach, den kurtzcn Verlaufs noch anführen wollen.

ER ist gcbohren aus dem uhralten und über achthundert Jahr Ruhmsreich be-kantcn Reichs - Frey - Fränckischcn Geschlecht derer Herren von Eberstei» , und danndem berühmten Westphälischen Geschlecht derer von Dittfnrth.

Sein Herr Vater ist gewesen, Herr Ernst Albrccht von Eberstcin, Ritter desKönigl. Dänischen Elephantcn-Ordens, ans Gchoven, Neuhanß, Paßbrnch, Fricdrichs-hoff und Breitnngcn Gerichts- und Erb-HErr, Inhaber derer Gräflichen MansfeldischenAemter Venningen und Mohrungcn. Churfürstl. Durchl. zu Sachsen Hochbestalter Gc-heimbder- und Kriegs-Rath, Eonorai Feld-Marschall, Cammer-Herr, und Obrister zuRoß und Fuß -c. ss. S. 1S8.)

Seine Frau Mutter ist gewesen Fran Ottilin Elisabctha, gebohrnc von Ditt-fnrth (s. S. 185 u. 136).

Das Tages-Licht erblickte er zum ersten den loten Oetobris Lmn<> 1656. anwelchen Tage Abends zwischen 16. und 11 Uhr Er aufs dem Hochherrlichcn Eber-steinischen Stamm-Hause zu GeHofen gcbohren, da aber dem Höchsten gefallen, Ihneinige Tage vor der sonst gewöhnlichen Zeit in das Jammcrthal dieser Welt eintretenzulassen, und er mithin, wie leicht zu ermessen, von besonderer Schwäche gefundenwurde, hielte man vor rahtsam, mit Ihm zum H. Sacrament zu eilen, und also, istEr eine Stunde nach der leiblichen Geburth als zwischen 11. und 12. Uhr der geist-lichen Wiedergebnrth thcilhafftig gemacht, in der heiligen Tanffe von der angebohrnenErb-Schuld gereiniget, zur Gemcinschasft der Christlicher Kirche anffgenommen, undmit dem Nahmen Christian Ludwig, durch das Bad der heiligen Tanffe, in das Buchdes Lebens eingezeichnet worden. Den 24. Novsmdris. o. a. ist Er in Gegenwart16* Dreher