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Folge 3 (1880)
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Welches letztere man anff unscrn aufgerichteten andern Dcnck- und Ehren-Steinedeutlicher findet, darauf man das lmrmhcrhigc Hertz unseres Gottes, zu seinem Trosterblicket, und erinnert sich dabeh dieser Lohnnngs-Worte:

Uominikoero mileratnonum. tuarnm:

Gedcneke ineiner allezeit,

Mein GGtt nach deiner Giitigkeit.

Der Text spricht- also ans: Gedcnckc HErr an deine Barmhertzigkcit :c. inder heiligen Sprache stehet das Wort Voeimmim, in der mehreren Zahl, und setzetKönig David die grosse Menge der Barmhertzigkcit »nd Güte GOttcS entgegen, derVielheit seiner Sünden, die er in der Kindheit, in der Jngcnd, in den männlichenund höhcrn Alter begangen, und bittet Gott Er wolle nm seiner Barmhertzigkcitwillen, ihm seine Sünde vergebe», nnd gnädig sehn seiner Missethat, die da großist, er wolle nicht an seine Ubcrtrcttnng, sondern an seine Barmhertzigkcit gedenckcn.Elal'l'ins in seinen Lslsotis variäieis schreibet hiebet? gar schöne, es findet sich einzwchfach Gcdencken GOttes, welches in heiliger Schläfst ausf menschliche Weise vonihm gesagt wird. Einmahl, das Gcdencken der Gnade nnd Barmhertzigkcit, dieDavid ihm allhier wünschet und erbittet, davon er auch im 125. Ps. spricht: DerHErr gedcnckc an nnS, »nd segne unS. Das andere göttliche Gedencken geht seinenZorn und Rache an, dawider David im vorhergehenden Worten gebetet, wie er auchthnt Ps. 79. da er spricht: Gedcnckc nicht unserer vorigen Missethat. Wie dennauch GOtt der HErr selbst vcrheisset, daß er der Bußfertigen ihrer Sünden nichtmehr wolle gcdencken, das ist, er wolle ihnen diesclbige vergeben, und sie nicht vorsein göttliches Zorn-Gerichte bringen, noch die Sünder ewiglich darum straffen, wiezu ersehen Jer. 31. Ich will ihnen ihre Missethat vergeben, nnd ihre Sündenimmcrinchr gedcnckc», und im 43. Esa. spricht der HERR: Siehe, ich tilge deineUbcrtrcttnng nm meinet willen, und gedcnckc deiner Sünde nicht. Diese göttlicheBarmhcrtzigkeitcn bezeichnet David mit unterschiedlichen Ehren-Tittuln, erstlich sagt eres seh eine ewige Barmhertzigkcit, die da von der Welt her gewesen. Zlsolnmwie es im Hebräischen lautet, die da von Ewigkeit gewesen, itzt noch seh und bleibenwerde, in alle Ewigkeit, welches auch nicht anders sehn könne, denn sie ist eine Eigen-schafft GOttes, welche GOtt selbst ist: iäiüii oll in VLO, gvock non elt ixte OLE8.Es ist nichts in GOtt, daß nicht GOtt selbst ist, lautet die bekannte TiieoiogischeRegnl, wie nun GOtt nach Mösts Ausspruch Ps. 90. Ehe die Berge worden, nnddie Erde, Gott ist von Ewigkeit zn Ewigkeit, so ist auch diese seine Eigcnschasstvon der Welt her gewesen, nnd bleibet auch in dem HErrn, so lange GOttGOtt ist. Die Kirche spricht also aus:

Da jammcrts GVtt in Ewigkeit,

Mein Elend über die Massen,

Er dacht an seine Barmhertzigkcit,

Er wolt mir Holsten lassen,

Er wandt zu mir sein Vater-Hertz,

Es war bey ihm fürwahr kein Schertz,

Er ließ sein Bestes kosten.

Darnach nennet er sie auch eine große Barmhertzigkcit, groß wegen des grossenHErrcn, in dessen Hcrtzen sie wohnet. Groß wegen der grossen Menge der Menschen,über welche sie alle Morgen neu aufgehet. Groß wegen der grossen Wolthatcn,die sie uns zum Seegen in sich fasset, nemlich Leben und volle Gnüge. Joh. 19.

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