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Folge 3 (1880)
Entstehung
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einem Obcr-Hanpt einer gantzcn »hraltcn Hochadelichen Damiiie, als einem gnädigenGerichts - Herren, seiner lieben Untcrthanen ein Denck - Mahl unter uns z» stifften,damit es auch bei uns heiffe, wie Shrach schreibt in seinem Hanß-Buch im 44. SeinLad wird nicht »ntergch», die Leute reden von seiner Weißhcit, »nd die Gemeineverkündiget seine Herrlichkeit. Doch soll es nicht eine eiteleDIatterie sehn, waswir dem Hochseeligcn Herrn zum Dcnck-Mahl sehen, es soll kein leeres Wort-Geprängsehn, daß die menschlichen Ohren allcine füllet, sondern wie es bei den Leichen-Pre-digten sehn muß, welche nicht vor die Todte, sondern vor die Lebendige gehaltenwerden, so wollen wir dem Hochseeligen Herrn von Ebcrstein aus seinem selbst-er-wehltcn Leichen-Text zu Ehren, und uns zur Erbauung anffrichten:

Zwei) geistliche Deiich-Steine:

Aufs den ersten treffen wir an als ein Bilde eingehanen, Davids und seiner Hoch-würden bußfertiges und dcmüthigeS Herh vor GOTT, zu unserer Nachfolge, mitdieser Uberschrifft: Delicto, meo ne meminsris:

Gedencke meiner Sünde nicht,lvend ab davon dein Angesicht.

Aufs den andern erblicken wir eingeprägt das gnädige und darniherhigc Herh nn-sers GOttes, mit dem Beywort:

lkeminikeero milorationuin tuorum:

Gedencke meiner allezeit.

Mein GBtt nach deiner Giitigkeit.

Der gesammte Jnnhalt der gantzen Andacht bestehet darinne:

IDemi GBtt gedcnckt und nicht gedenckt,

So wird uns alles Hey! geschenckt.

Votum

Gedencke unserer aller mein GOtt im besten, gedencke meiner im Lehren, daßmein Mund den Ruhm deiner Barmherhigkeit verkündige, gedencke auch der gegen-wärtige» Zuhörer im Hören, und hiljs daß ihre, wie der Lydiä Herben, gründ-lich aufgethan werden, zu erkennen ihre Pflicht in der Busse, und zu sassen, zu ihrenewigen Trost, deine Barmherhigkeit und deine Güte die von der Welt her ge-wesen ist Amen.

Traotatio.

thut GOtt der HErr seiner Kirchen in dem DIV. Es. eine schöne Verheißung,D-wenn er spricht: Er wolle alle ihre Steine wie eine» Schmuck legen, und alleihre Gränhen von erwehltcn Steinen machen, woran auch wir durch GOttesGnade Thcil haben, denn wir sind vom HErrn durch seines Geistes Gaben be-reitet zu lebendige» Steinen, die sich bauen sollen zum geistlichen Hanse, unskommen zu Nutze die erwehlten Grcntz-Stcine, Christus und seine Apostel, wir sinderbauet auff den Grnud der Apostel und Propheten, da JEsns Christus der Eck-stein ist, wie Paulus redet Ephes. 2. und wünschen dabey daß die aus unserm Leichen-Texte aufgerichtete zwei Ehren- und Denck-Steine mögen in unseren Seelen als einSchmuck geleget, und als erwehlte Steine in unsern Hertzen zur Erbauung ausgerichtetwerden.

Wir finden aber anff den ersten Davids, und Sr. Hochwürden demüthiges undbußfertiges Herh vor GOTT, mit dieser Läuterung:

Delicto