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Eingang der Predigt.
>An Pflegt im gemeinen Sprichwort, Geliebte in Christo dem HERRN,zusagen: Hulla calamitas lala, kein Vnglllck kommet allein; vnd will damit,angezeiget werden, es werde ein Mensch manchmahl nicht nur mit einemVnglück, sondern mit etlichen, ja wol vielen zugleich vnd aufs einmahl be-vnd von Gott beleget. Vnd solches Pfleget auch jewcilcn bcym Absterben derKinder wahr zu werden, daß die Eltern anff einmahl nicht nur eines Kinds allein,sondern etlicher, ja wohl vieler Kinder beraubet werden, dadurch dann der Schwerstenvnd Weheklagen der Eltern desto grösser vnd häuffiger entstehet.
Dann zum Exempel dessen haben wir den Patriarchen Jacob in seinem hohenAlter, für welches Augen Joseph, sein liebster Sohn, nicht anders als todt, vnd vomreißenden Thier gefressen war; Sein Sohn Simeon lag in Egypten im Gefängnüß,vnd konte er denselben auch nicht anders, als für Verlohren achten; Seinen SohnBenjamin solle er jcstt auch wegschicken, vnd muste vielmehr gewärtig sehn, daß erauch außblciben würde, als daß er würde wider zu jhm kommen, daß er daher außrecht wchemütigem Herste» sagte: Ihr beraubet mich meiner Kinder; Joseph istnicht mehr fiirhnnden, Simeon ist nicht mehr fiirhnnden, Bcnjnmin wolt jhr hin-nehmen, es gehet alles Uber mich, (lau. 42. verl. 36.
Daß aber Christlichen Eltern bcy Absterben jhrer lieben Kinder, manchmahl vonGott ein Vnglück nicht allein komme, dessen haben wir ein Exempel allhicr in gegen-wärtiger Leichxi'oesl'lion, als bey welcher wir den trawrigen Fall sehen, daß zweyChrist-Adcliche, liebe Kinder, von einerley Christ - Adclichcn Eltern gezeuget vnd ge-bohren, auß einem Adelichen Stamm entsprossen, auß einem Hauß zugleich, als zwoklägliche Leichen sind getragen, vnd biß hier hin in das Hauß des HErm begleitetworden.
Nachdem nur Christen aber bcy dergleichen betrüblichen Zuständen nicht denHeyden vns gleichstellen sollen, welche, als alles rechtschaffenen vnd beständigen Trustsberaubet, nicht gcwust haben, sich anß gründlichem Vnderncht auß der H. Schläfstin solche Fülle zuschicken, noch jhre Bctrübnnß durch die gewisse Zuversicht der Him-lischen Glori vnd Herzligkeit, wie auch nicht durch die beständige Hoffnung der künff-tigen herzlichen Aufferstehnng von den Todten zu lindern, vnd jhnen leichter zu machen,Ivie S. Paulus hiervon zeuget, l. 1'Iiell. 4. v. 13. 14. So wollen wir vns nunmehrzu dem lebendigen, thewren Worte Gottes wenden, einen recht herstlichen vnnd be-ständigen Trost beneben einer gründlicher Vndernchtung von dem Todt der Christen-Kinder, auß demselben znschvpffen vnd mit nach Hauß zunehmen.
Wollen demnach dieses Sprüchlein für vns nehmen, dasselbe erstlich erklären,vnd dessen eygcntlichen Verstand suchen, vnd zum andern auch anhören, was wir zuvnserm Vnderzicht vnnd Trost auß demselben zubehalten haben. Gott der getreweVattcr wölle vns hiezn verlcyhcn, die Gnade vnd Krafst deß H. Geistes, durch ChristumJesnm vnscrn HErm vnd Heyland Amen!
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