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Folge 3 (1880)
Entstehung
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Vorzed zur Teichpredigt.

Die Gnade Gottes, der Friede Jesu Christi, und die Gcineinschafst des HeyligenGeistes, scy vnd bleib bey »ns armen Sündern, von nun an biß in Ewigkeit,

Vßerwehlte vnd Geliebte in Christa Jesu unserm HErrn, Es hat

GOtt dem Allerhöchsten, welcher Menschen last sterben, vnd spricht, kompt wider

Menschenkinder, ?lalm. 90. V. 3. nach seinem allezeit gerechten vnd auch aller-

bestem Willen und Rath Wohlgefallen, Zwcy Christ-Adeliche Kinder, als einliebes Adeliches Söhnlein, vnd dann auch ein liebes Adelichcs Töchtcrlein, von einerleiChrist-Adelichen Eltern vnd Geschlecht, durch einen sür vnsern Augen zwar frnzeitigcn,aber doch in Christo Jesu sansften vnd seligen Todt von dieser mnheseligen Welt abzu-fordern, vnd der Seelen nach zu sich in die ewige Glori vnd Herzigkeit einzunehmen,damit sie derselben in vnanßsprcchlicher Frewde zusammen mit allen Hehligcn Engelnvnd Außerwehltcn immer vnd ewiglich gemessen mögen, laut seines vnfcilbarcn, Hey-ligen Göttlichen Worts,

Deren hinderlassene beede Cörperlein haben wir in dieser Christlichen, Hochan-sehnlichen Trawr prooekkion biß daher begleichet, dieselbe allhier i» die Erden, sovnser aller Mutter ist, in der gewissen Hoffnung der künsftigen, herzlichen vnd srölichenAnfferstehnng von den Todten, einzulegen und hinzu setzen; Damit wir aber ohneTrost und Vndcrncht nicht von einander gehen mögen, wie wir vns in solche Todts-sälle schicken sollen, So Wüllen wir vns nunmehr zu dem allein seligmachendcn, thewrenWorte GOttes wenden,

Damit dann solch vnser Christliches Vorhaben also verzichtet werde, daß es ge-reiche bevor ab GOtt dem Allerhöchsten zu seines Heyligen Namens Lob, Ehr vndPreiß, zu Außbreitnng seiner Christlichen Kirchen allhier ausf Erden, zu Stärcknngvnsers schwachen Glaubens, zu Besserung vnsers snndhasften Lebens, den betrübtenChrist-Adelichen Eltern zu einem sonderbaren, hertzlichcm Trost, vns allen zu einerRüstung zu einem sansften vnd seligen Sterbstündlein, vnd endlich zu Erlangung derewigen Herzligkeit, So Wüllen wir GOTT von Hertzen anrnffen, vmb die Gnade,Hülst vnd Bcystand deß Heyligen Geistes. Erhebet derowegcn mit mir ewre Christ-liche Hertzen zu Gott, vnd lasset vns zusammen also beten:

Vatter vnser, der du bist im Himmel, etc.

Der von dem in Christo JEsu Christ-Adelichen Söhnlein sehr Werth ge-haltene, auch aufs seinem Todtbette von ihm offtmahls mit sonderbarem Lust vndFremden gesprochene, vnd daher von den Christ-Adclichen Eltern begehrte Leich-text, stehet beschrieben im 73. Psalmen, v. 2b. 26. vnd lautet also:

Wann ich nnr dich habe, so frage ich nichts nach Himmel vnd Erden, wannmir gleich Leib vnd Seele verschmacht, so bist» doch GOtt allezeit meines HertzenTrost vnd mein Theil.

Amen!

Leich-Te.Pt.