Denkmclb'
von
Hemr. Friedrich Nittj. Mr-m V. Merstei!:
(geb. 21. Juli 1753 zu Berg bei Hof, -s 30. Okt. 1810 zu Stnllupöueu),
k. prellst. Oberst, Wtcr des Ordenspour Is msnts.
Schreiben des k. preuß. Generals Itobvrt Baron von 1ü!»vi'«tvi» auden Herausgeber dieser Nachträge ei. <1. Potsdam den 8. April 1380,das Denkmal seines Vaters betreffend.
Mein lieber Vetter?srciiimnci!
Nachdem Sie so unendlich viel für die Erinnerung an alles Erinncrungswerthcans unserer alten Familie gcthan, und darin noch immer ohne Scheu jeglicher Müheund Kosten fortfahren, bin auch ich bemüht gewesen in Betreff meines seligenVaters ein ganz kleines Schcrflcin beizutragen, daß seine Grabstätte auf dem Fried-hofe zu Staiinpoonen ein Denkmal erhält, wodurch hoffentlich auf viele Dremmenersichtlich wird, daß auch hier im äußersten Osten des deutschen Reichs ein ehren-werther Lborstoin ruht.
Ans meiner frühesten Kindheit erinnere ich mich sehr wohl, daß uns in Stalin-poenen während des Krieges 1807, während mein Vatc r mit seinen grünenFüsilieren an der Weichsel gegen dieFranzosen focht, Ihres VatersBruder Wilhelm (s. S. 83) recht viel besuchte, während dort ein provisorischesneues Bataillon errichtet wurde, dein er als Offizier zugcthcilt war (vgl. meine Nachtr.v. 1878, S. 46, dir. 1S8). Er war damals ein passionirtcr Guitarrcn - Spieler ^°),daher auch bei uns der Guitarren - Vetter genannt, und ließ bei seinem Ansmarschein den Krieg seine Guitarre bei uns zurück, die er sich erst nach Jahr und Tag wie-der fordern konnte.
Das Denkmal habe ich in Potsdam anfertigen lassen. Dasselbe besteht ausgutem Serpentin-Stein, der sich viel besser als Marmor halten soll. Die Vorderseiteist gut geschliffen und die Worte, die Sie aus der Abbildung ersehen, sind sehr schöneingravirt und dauerhaft vergoldet:
°°) Später war von seiner früheren Heiterkeit nichts mehr zu spüren, er ließ eswährend der Verwaltung der Ämter L. u. M. über jede Furche Land zum Prozeßkommen, war sogar gegen seine eigenen Verwandten oft unfreundlich. Als man abernach seinein Tode fand, daß sich seine beiden Nieren vollständig aufgelöst hatten, ver-gab man ihm. — Alles verstehen, heißt ja alles verzeihen!