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2 (1869) Altvordern und Stammeltern
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zu machen, daß sein Herr Oberst gemeint, er würde nun vormorgen nicht kommen, darum er verzeihen würde, daß es sichetwas verzögert hätte. Dadurch gewann ich seiner finstern Mienedoch etwas Lächeln ab; ich empfahl mich aber sogleich wiederund es ging nachher ganz gut. Um vier Uhr wollte er seinFrühstück haben; ob es nun schon vorauszusehen war, daß ervor sechs Uhr nicht frühstücken und vor sieben Uhr nicht weg-reiten würde, so mußte es doch bereit gehalten werden. Ichhabe die Marielise hier, weil ich es sonst nicht aushielte/")Tages darauf: Unser gestriger Major, der diesen Morgenabgegangen ist, hat sich sehr gut genommen. Nach dem Mittag-brot ging mein Mann zu ihm hinauf, wo er theils pantomi-misch, theils gebrochen Deutsch seine Zufriedenheit und Dankfür die Bewirthung ausgedrückt hat. Am Abend schickte erseinen Bedienten, der theils Russisch theils Deutsch mit vielerVerbindlichkeit in: Namen seines Herrn dankte und eine guteNacht wünschte. Wir gingen sogleich noch einmal zu ihm, woer mit vieler Freundlichkeit uns empfing und sagte: Danke dankegut voll indem er die Hand unter das Kinn hielt, dennbis dahin wäre er voll, und mir gutherzig die Hand schüttelte.So auch diesen Morgen wollte er uns gern recht viel Verbind-liches sagen, wußte aber wenig Deutsch und mengte immerRussisch darunter. Mich freute dies so, daß ich meine müdenFüße gern vergaß, die mich so bitter schmerzten, und ganz heiterwurde. Heute sollten wir frei sein, wenn nichts Außerordent-liches vorfiele. Dis war jedoch der Fall und Nachmittag nachzwei Uhr ward ein Oberst nebst Frau angesagt, die auch inwenig Minuten vorfuhren. Sie war auch eine Deutsche aus Prag,überaus freundlich, und da wir sagten, daß wir nicht daraufvorbereitet wären und es sich noch eine Weile verziehen würde,so versicherten sie, sie würden mit allem zufrieden sein. Siemachten eine Reise in ihren Angelegenheiten nach Prag und warihnen unl Beschleunigung zu thun, sind darum in der fünften

1) Oben Seite 148. Sie war nicht mehr im Dienst und wurde nurihrer Zuverlässigkeit wegen bei außerordentlichen Anlässen, als Einquartierung,Krankheitsfälle, zur Hilfe genommen.