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Akademie besuchten. Er war nur kürzlich erst hingekommen undhatte es dem Bruder August zu Dresden geschrieben, daß ereinen Besuch bei mir machen wolle, und ihn auch dahin beschie-den. August war früher da, und ich war voll Verwunderungihn zu sehen, da es ihm nicht fremd war, daß wir nach Dres-den kommen würden. Er wollte mich zwar bereden, daß erwegen Unsicherheit uns zur Bedeckung gekommen wäre, das ichaber nicht glaubte sondern mehr fürchtete, daß Eins von denMeinigen sehr krank geworden wäre. Während deni Besprechenbläst eine Post, und siehe da mein Bruder springt vom Wagen;da war Freude über Freude. Den folgenden Morgen reiste erwieder nach Leipzig und wir nach Dresden."
„Ostern 1767 ging mein jüngster Bruder Gottfried vonHalle weg nach Leipzig. Meine Eltern dachten sich viel Gewinndabei, weil mein älterer Bruder auch dort war. Die Folge lehrtejedoch, daß dies nicht der Fall war. Er fand dort einige Schul-freunde , die ihm zum Verderben waren. Ich ahndete es manch-mal, indem seine Briefe an mich zwar gleich zärtlich blieben,aber er machte mich mit seiner Tagesordnung minder vertrautwie sonst. Dies fühlte ich, und doch schläferte mich meine blindeLiebe zu ihn: immer wieder ein."
„Ich fange wieder da an, wo ich oben aufhörte. Um meineLeidenschaft für Dresden mehr zu bekämpfen kehrte ich mich wie-der zu künstlichen Arbeiten, worin ich auch ziemliche Fortschrittemachte. Indeß der Erfolg davon war, daß ich zu Ende desJahres nicht nur bleich sondern recht elend ward. — DieserWinter war im elterlichen Hause der traurigste meines Lebens.Ich mußte nur es selbst zum Vorwurf machen, daß ich ohne eszu »vollen schuld an diesen: Zustand und dem Kummer meinerEltern war. Ueberdies hatte es viel Wahrscheinlichkeit, daß michder Arzt falsch behandelte. Da ich immer elender ward und sichein schleichendes Fieber dazu gesellte, so schrieb mein Vater anmeinen mittelsten Bruder Friedrich, der Arzt und Physikus zuPleß in Oberschlesien war. Dieser antwortete augenblicklich, ver-warf die bisherige Verfahrungsart und schickte zugleich Arzeneienund Recepte mit. Meine guten Eltern hatten eine unaussprech-