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2 (1869) Altvordern und Stammeltern
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dann Hauptmann unter den Kaiserlichen und ist unter dem Prin-zen Eugen bei der Belagerung von Belgrad gegen die Türkengewesen. Auf welche Art und Weise er zu dem Kurfürsten nachManheim gekommen ist, weiß ich nicht mehr. Er ward baldMajor und nicht lange nachher Oberster und stand in großenGnaden. Er war sehr geschickt in der Meß- und Zeichenkuustund hatte die Festung Manheim angelegt. Die andere Tochterhat auch einen Adligen geheirathet, der sie bis nach Wien mit-genommen hat. i) Sie sollen sehr gut ausgesehen haben. Dieandern beiden Schwestern haben Prediger in der Gegend gehei-rathet. Der Bruder ist deucht mich Apotheker gewesen,von dem ein Sohn gleicher Kunst in Amsterdam in einer großenApotheke die Wittwe geheirathet, welches ich mit Gewißheiterwähnen kann. Denn er hat uns 1726 eine Kiste mit Porcel-lan Thee Koffee und Käse geschickt. Nach der Zeit haben wirnichts mehr von ihm gehört."

„Mein Vater kam als er zwölf Jahr war an einen gräf-lichen Hof nach Frankreich (den Namen weiß ich nicht mehr) zuden Pagen, die Deutsch von ihm lernen sollten. Er that Auf-wartedienste wie die Pagen. Der Graf hielt ihn sehr werth,nannte ihn immer seinen ehrlichen Deutschen. Er lernte dabeivollkommen Französisch und andere Manierlichkeiten. Aber seinefromme Mutter hatte keine Ruhe sondern viel Sorge, er möchte,weil Alles katholisch war, Schaden im Christenthum leiden, undnahm ihn, nachdem er drei Jahre dort gewesen, wieder zu sichnach Bechtheim, woselbst sie sich bei ihrer Tochter aufhielt, dieauch eine Wittwe war. Es war damals ein sehr rechtschaffenerPrediger da Namens Kriegsmann, unverheirathet; der nahm ihnzu sich, unterrichtete ihn im Latein und anderen Wissenschaftenauch im Singen nach Noten; allermeist aber legte er einen gutenGrund im Christenthume und bereitete ihn zum heiligen Abend-mahl, wovon mein Vater öfters erzählte, wie herzlich dieser frommeMann mit ihm gebetet habe. Da nun seine Mutter das Ver-mögen nicht hatte ihn auf Universitäten zu schicken, so empfahl

1) 55 o. 2) 55 k und ll. 3) 55 ü. Nach der „LichtenbergischenUensalvAia" war er Hoskeller in Merxheim. 4) 55 k II.