Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
370
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schweren Zeiten und der harten Verluste, van denen sie betroffenwurden, zu hoher Blüthe brachte. Doch hatte auch er an dengroßen Kricgöcrcignisscn, welche in seine Jugendzeit sielen, teil-genommen. Nach der im Geschmack jener Zeit übcrschwänglich floskel-rcichcn Leichenrede, welche ihm nach seinem Tode in Rumlmrg beidem aufgerichtetenEnstimm lloloris" gehalten wurde'), trat erschon sehr früh in die Armee ein. Er diente unter Wollenstemals Oberstlieutennnt mit großer Tapferkeit und Auszeichnung,kämpfte mit in der großen Schlacht bei Nürnberg, als dieSchweden Wallcnsteins Lager stürmten, und sodann bei Lützen,wo er drei Kugelwunden erhielt und acht Stunden lang fürtodt auf dem Schlachtfelde liegen blieb. Dessenungeachtet dienteer nach seiner Herstellung weiter und nahm Theil an der Schlachtbei Nördlingen. Die letzten Kriegsereignisse, bei denen er nochbetheiligt gewesen, scheinen die Ereignisse von Olmütz gewesenzu sein, als die Schweden unter Torstenson 1642 die Stadtangriffen und eroberten.

Schon vor diesen letzten Ereignissen hatte Fürst Hartmannsich vermählt. Wahrscheinlich war es die kriegerische Laufbahngewesen mit ihren Wechselfällen, die ihn nach Köln gebrachthatte, wo er die Bekanntschaft von Sidonia Elisabeth, Tochterdes Grafen Ernst Friedrich von Salm - Reifferscheidt undMaria Ursula, gebornen Gräfin zu Leiuiugen-Darburg, machte.Sie war in Köln am 6. September 1623 geboren und lebtedort. Ebcndort vermählte sich Fürst Hartmann mit ihr am27. Octobcr 1640.

Noch bei Lebzeiten seines Vaters, der ihm 1641 die Admi-nistration überließ, trat er die Verwaltung des größten Theilcsder Güter an. Sie war unter den schlimmen Zeiten nicht ohneSchwierigkeit. 1645 sah er die Güter, wie schon oben mit-gcthcilt, sämmtlich von den Schweden verwüstet, und er selbstmußte sich mit seiner Gemahlin flüchten. Im Jahre 1663 in

') Gedruckt 1686, Liechtenst. Bibliothek.