Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
327
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Der junge Fürst Hans Adam hatte eine höchst nusgc-zeichnete Erziehung genossen, wie das bei der Schätzung, welchesein Vater der Wissenschaft und der Kunst angcdeihen ließ, nichtanders zu erwarten gewesen war. Unter seinen Lehrern hatteer den gelehrten Dominicaner Pater PerctinS für die Philo-sophie. Nachdem er diese Studien vollendet, machte er mit vielAufwand die große Reise durch Deutschland, Holland, England,Frankreich und Italien und wurde namentlich am französischenHofe freundlichst aufgenommen. Sein Vater mochte aber deneinzigen Sohn nicht lange entbehren, rief ihn zurück und ver-mählte ihn schon 1681.

So wie er 1684 die Regierung antrat, richtete er sofortalle seine Aufmerksamkeit ans die Oekonomic. Das Erste war,daß er sich durch zuverlässige Leute einen richtigen Calcül vondem Jahreserträgniß der gcsammten Güter machen ließ, sowievon den Ausgaben und den hiuterlassenen Schulden seinesVaters, desgleichen ein genaues Verzeichniß aller Beamten undDiener mit ihren Einkünften und Besoldungen. Er fand, daßderen viel zu viel, daß Bediente, Comödiantcn, Musikanten, auchJäger und Falkner zum großen Theilc überflüssig seien, unddaß auf den Herrschaften kaum der dritte Theil der Beamtennothwendig sei. Er nahm die Liste seines Großvaters, des FürstenKarl, unter welchem die Güter auf bestem Fuß verwaltet ge-wesen waren, zum Maßstab, reiste selbst auf den Herrschaftenumher, rechnete ab, gab jedem, was ihm gebührte, und behieltdiejenigen Beamten, welche er für die besten erkannte. Mit denErsparnissen, die er in dieser Weise machte, gelang es ihm bald,die Schulden seines Vaters zu bezahlen, und die treffliche undgenaue Wirthschaft, die er einführte, setzte ihn in den Stand,nach und nach so viel Herrschaften und Güter hinzuzulaufen,daß ihr Erträgniß fast dem des Fideicommifses gleichkam.

Diese Ankäufe sind, mit llebergehnng der kleineren undunbedeutenderen, nach chronologischer Aufzählung die folgenden.Im Jahre 1687 erkaufte er von der Gräfin Dietrichstein den