Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
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276
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Nachfolger Ferdinand blieb bei der Absicht, und stellte neue In-structionen am 25. März aus ^). Darnach sollte Gundackersofort aufbrechen und sich zunächst zum Herzog Maximilian vonBayern begeben und ihn (sowie die anderen, an welche seinAuftrag lautete) aufsuchen, wo immer er ihn treffen möge. Ersolle zunächst die offizielle Meldung vom Tode des KaisersMatthias machen und berichten über den Stand der böhmischenAngelegenheiten. Der Kaiser hoffe, daß die Böhmen friedlich zumGehorsam zurückkehren würden, und er selbst seinerseits sei zurVersöhnung und zur Mäßigung bereit; wenn es aber nicht ge-schehe, so habe sein Gesandter die Vermittlung der Kurfürstenund unter Umständen Hülfe mit Rath und That zu verlangen.Eine geheime Nebeninstruction, die sich besonders an den HerzogMaximilian richtete, sowie an Mainz, Trier, Köln und Bam-berg, betraf das bewaffnete Einschreiten der katholischen Liga,falls die Protestnutische Union den Böhmen mit Geld undTruppen Hülfe schicke. Gundacker vollführte diesen Auftrag inmöglichst kurzer Frist und suchte die genannten Fürsten allepersönlich auf. Den Herzog Maximilian fand er in München,den Pfalzgrafen in Heidelberg, den Kurfürsten von Mainz inAschaffenburg. Er fand überall die beste Aufnahme und führtedie Verhandlungen, deren Inhalt mehr der Reichsgeschichte alsder Familiengeschichte angehört, mit den Fürsten selber und zu-gleich mit ihren leitenden Staatsmännern. Bei dem Kurfürstenvon Mainz als des Reiches Erzkanzler hatte Gundacker noch denbesonderen Auftrag, denselben wie zufällig auszuholen, auf welchenTag er die Wahl des künftigen römischen Königs ansetzen wolle,und ob Ferdinand persönlich dabei erscheinen müsse. Der Kur-fürst hatte aber bereits 2) die Wahl des neuen römischen Königsauf den 20. Juli angesetzt, entsprechend der goldenen Bulle, welcherasche Ansehung des Wahltermines vorschreibt.

') Liechtenst. Archiv in Butschovitz.Hurt er, K. Ferdinand. VIII. 3.

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