Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
253
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Nach der Schlacht war Maximilian mit in Prag undübernahm dort auf dem Schloß die Kroninsignien, welche dieAltstädten in acht Truhen dorthin brachten "). Aber er bliebnicht lange in Prag. Zunächst erhielt er von Bucqnoy den Auf-trag, den Feind aus dein festen Karlstein zu vertreiben, welchesauch ohne Kampf geschah. Englische Hülfstrnppcn, die in dem-selben lagen, ergaben sich gegen freien Abzug. Darnach erhielter de» Befehl, nach Mähren sich zn begeben, um bei der Be-ruhigung dieses Landes, das sich unterworfen hatte, und derBestrafung der Aufständischen mitzuwirken. Es war zum Com-missär dieser Angelegenheiten, wie Karl von Liechtenstein inBöhmen, so der Cardinal von Dietrichstein in Mähren ernannt.Da aber der letztere zur Papstwahl nach Rom zu verreisen hatte,so wurden einstweilen mit der Besorgung dieser Angelegenheitender böhmische Kauzler Poppcl von Lobkowitz und Maximilianvon Liechtenstein betraut. Der Cardinal kehrte aber bald zurück ^).Dieser Umstand machte Maximilian wieder frei für die kriege-rische Actio», so daß er an Bucquoy's Feldzug gegen Ungarnim Jahre 162k theilnehmen konnte.

Bucquoy hatte noch im Januar 1621 die Ungarn ausden österreichischen Landen vertrieben. Nachdem er den Wintersodann in Wien geblieben, trug er mit dem Frühling den Kriegnach Ungarn hinüber, nahm die Stadt Preßburg durch Capi-tulation am 2. Mai und auch das Schloß einige Tage später.Dem Falle von Preßburg folgten viele andere Ortschaften undauch die Insel Schütt, so daß man sich an die Belagerung desfesten Neuhäusel machen konnte, nachdem Gabriel Bethlen sichnach Kaschau zurückgezogen hatte. Zu schwach, tiefer in das Landeinzurücken, vermochte Bucquoy aber auch nicht die Belagerungmit Erfolg zu betreiben. Während es in seinem Lager an demNotwendigsten zu mangeln begann, Lebensmittel schwer herbei-zuschaffen waren, verstärkten sich die Ungarn fort und fort und

y Beer, Leben der Erzherzoge I. 730.

2) Khevenhiller, IX. 12V0.