Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
128
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schon einer der ersten in zwei Ländern, dem Regentcnhanseallerdings in so überaus unruhigen und gefahrvollen Zeiten sehrwichtige Dienste leisten. Dieses lohnte ihn? mit dem Fürstcntitel,der in seinem Hause erblich blieb, und ermöglichte und erleich-terte ihm den Erwerb weiter, ausgedehnter Besitzungen, gegenwelche das fast verschwindet, was er ererbt hatte. Sein Antheilan dem Erbe war Feldsberg und Baumgartcn in Oesterreich,Eisgrnb in Mähren gewesen.

Karl war im Jahre 15(i9 geboren und wurde im evan-gelischen Glauben, dem damals noch alle Mitglieder des Hausesanhingen, erzogen. Seine Jugendbildung, so viel sich davon inErfahrung bringen läßt, muß den höchsten Standcsauforderungenseuer Zeit und sie waren keineswegs gering entsprechendgewesen sein. Er erhielt seinen Hauptunterricht in Eibenschütz inder berühmten Schule der mährischen Brüder, an welcher Männervon bedeutendem wissenschaftlichen Range lehrten. Die Schulewar 1575 gegründet und stand damals, als Karl dieselbe,wahrscheinlich zugleich mit Karl von Ziervtin besuchte, unter derLeitung von Esrom Rüdiger, einem der ersten Gelehrten derZeit, der vorher Rector der Schule in Zwickau, dann Professorder Philosophie und der griechischen Sprache in Wittenberg ge-wesen war. Esrom Rüdiger war im Jahre 1588 auch Karlsvon Liechtenstein Lehrer'). Es lag, wie Chlumetzky an derangeführten Stelle sagt, im Interesse der Senioren der Brüder-unität, jede Mühe auf die Bildung eines jungen Mannes zuverwenden, der durch Geburt, Rang und Reichthum berufenwar, an der Regierung des Landes teilzunehmen. So ist an-zunehmen, daß Karl von Liechtenstein die volle wissenschaftlicheBildung erhielt, wie sie jungen Leuten damals gewährt werdenkonnte und wie sie in gewissen Kreisen des Adels auch gefordertwurde. Seine Laufbahn, seine Thätigkeit, das Wenige, wasschriftlich von ihm erhalten ist, beweisen das vollständig.

>) Chlumetzky, Zierotin 132.