Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
46
Einzelbild herunterladen
 

ihnen zu, daß sie hätten in Nikolsburg bleiben könnein Sie aberzogen weiter bis nach Austerlitz, begleitet von Linhart nach Unter-Wistcrnitz, wo er sie noch mit einem Trank labte und auf derdortigen Brücke mauthfrei machte. In Austerlitz wurden sie vonden Herren von Kaunitz aufgenommen. Etwas vor diesen Er-eignissen schon hatte Leonhard auf Befehl König Ferdinands denBalthasar Hubmcyer gefangen nach Wien schicken müssen, soerzählt unsere Chronik, wo derselbe am 10. März 1528 verbranntwurde, während man seine Frau in die Donau stürzte und er-tränkte. Nach der oben erwähnten Darstellung bei Raupach Hwar die Auslieferung schon im Jahre 1527 geschehen.

Leonhard machte sein Testaments, das aber keine Be-stimmung von Bedeutung enthält, im Jahre 1531, wenn andersdieses Jahr richtig angegeben ist, da im Documente selber keinDatum vorkommt. Leonhards Tod wird aber in das Jahr 1534gesetzt. Seine noch unmündigen Kinder Christoph IV. undLeonhard II. kamen unter die Vormundschaft ihres Onkels Hart-mann I. Bevor wir aber von den Lebensumständen derselbenoder vielmehr von denen Christophs IV., der für die Familieso verhängnißvoll wurde, sprechen, verfolgen wir den älterenZweig der Linie Christophs III., die Nachkommenschaft Wolf-gangs I.

d. Der ältere Zweig oder die Nachkommenschaft Wotfgangs I.

Wolfgang I. hatte zur Nachkommenschaft zwei Töchter,Margaretha und Barbara, von denen bereits oben gesprochenwordezi, und die beiden Söhne Johann VI. und Wolf Chri-stoph,- welche ihn überlebten.

Johann VI. war im Jahre 1500 geboren und bei demTode seines Vaters erst zwanzig Jahre alt, wcßhalb er seineGüter noch auf fernere drei Jahre seinem Oheim Leonhard zur

0 A. a. O. 56.2) k. 41.