Druckschrift 
Festschrift zur Thronbesteigung Seiner Königlichen Hoheit des Herzogs Carl Eduard zu Sachsen-Coburg und Gotha
Entstehung
Seite
216
Einzelbild herunterladen
 

— 216 —

Der Vater Louis Henri war Apotheker in Neu-Ruppin. Dortist am öl). Dezember (8(9 öer Dichter Henri Theodore geboren.

Alan sieht: „im Lauf von anderthalb Jahrhunderten hatte sichin seiner Familie eine vollkommene innere Anpassung an die neueUmgebung vollzogen". „Herz und Gesinnung und Denkweise waren",wie Franz Servaes in dem „Literarischen Horträt": „TheodorFontane", zu Berlin (900 im „Pan" erschienen, mit Recht schreibt:„deutsch, die Lebensgewöhnung desgleichen, und nur in einzelnenindividuell gewordenen Zügen, in gewissen triebhasten Anwandlungenund ursprünglichen Talenten schlug das alte Franzosenblut neckischund fördersam durch."

Vielleicht mag diesem „alten Franzosenblnt" auch der Sinn fürdas „Genealogische" zu verdanken sein. Ist es doch eine nicht zu be-streitende Tatsache, daß in Frankreich, selbst unter der heutigen,republikanischen Regierungsform, sogar an den maßgebenden Stellenmehr Sinn für familiengeschichtliche Studien vorhanden ist als imDeutschen Reiche, dem Lande der Alleinherrschaften.

Der erwähnte, kleine, lebensgeschichtliche Versuch von FranzServaes, bei Schuster und Lösflcr auch als Sonderdruck zu haben,ist bisher das einzige Lebensgeschichtliche, was über Theodor Fontaneerschienen ist. Eine eingehende und gründliche, liebevolle und würdigeDarstellung seines Lebens und seiner Werke ist eine Ehrenschuld, dersich Berlin und die Alark und Deutschland nicht lange werden ent-ziehen dürfen, wollen sie nicht den Vorwurf auf sich laden, einemihrer besten Söhne nicht rechtzeitig gerecht geworden zu sein.

(Berliner Neueste Nachrichten, Nr. 47 und St vom 29. und Januar