dem Fehde fürchterlich verwüstet wurde. Namentlich waren es dieSchweizer Söldner im Dienste des Erzbischofs Bernhard, die imLande wütheten, so daß endlich die Bürger und Bauern unter An-führung Christophs sich erhoben und sammelten, über die Söldnerherfielen und ihrer so viele erschlugen, daß kaum zehn entrannen ').
Wann Christoph wieder ans die Seite des Königs Matthiasgetreten, können wir nicht sagen; wahrscheinlich geschah es erstnach der Einnahme Wiens durch die Ungarn, denn nachher nochwurde Feldsberg von den Ungarn mit Gewalt bezwungen 2). Esblieb den Liechtensteinern auch schwerlich eine andere Wahl. Oester-reich und Mühren waren in den Händen des Königs Matthias,der noch dazu mit König WladiSlaw von Böhmen zu Jglan1486 ein Bündniß gegen den Kaiser schloß. Dieser war draußenim Reich und schien seine Erblandc aufgegeben zu haben; Maxi-milian, der römische König, war in den Niederlanden festgehalten,und so stand nirgends Hülfe und Besserung in Aussicht. Wahr-scheinlich war es Christoph, welcher der Zusammenkunft in Jglanbeiwohnte, und nicht Heinrich ^). In diesem Jahre erhielt er auchvon Matthias die Belehnung mit Nikolsburg und den übrigenmährischen Lehens. Christoph war auch bei dem mährischen Land-tage anwesend, den Matthias in dem gleichen Jahre zur Schlich-tung der Streitigkeiten unter dem Adel selbst und zwischen Adelund Bürger zu Brünn abhielt^).
Im nachfolgenden Jahre scheint Christoph den Krieg gegendie Kaiserlichen in Oberösterreich geführt zu haben, bis des KaisersHauptmann im Lande ob der Enns, Gotthard von Stahrembergeinen Waffenstillstand mit ihm abschloß, in welchem alle Leute,Unterthanen, Schlösser und Ortschaften Christophs mit inbegriffenwaren. Der Kaiser gab seine Genehmigung dazu zu Nürnberg
>) Kurz, K. Fricdr. IV. 2. Bd. 161.
2) Lickinowsky, VIII. 117.
2) Pilarz, Nor. löst. II. 101; Pessina, Nur.? Nor. 895 — nen-nen, wie oben erwähnt, Heinrich.
6) Liecht. Archiv B. 59.
2) Pessina, a. a. O. 889.
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