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Die Angelegenheiten in Deutschland mögen den Kaiser znmschnellen Frieden bewogen haben; znr eigentlichen Nachgiebigkeitscheint er kanm entschlossen gewesen zu sein. Während er mehrdenn zwei Jahre von seinen Erblanden abwesend war, dauernin diesen die Unruhen und auch die Beschwerden der Landherrenganz in alter Weise fort, und im Jahre 1473 verbündete sichKönig Matthias wiederum mit denselben Edelherren gegen denKaiser >). Heinrich von Liechtenstein heißt hier sein (des Königs)Hauptmann im Fürstenthum Mähren. Heinrichs Stellung zuMatthias ist also ganz ähnlich wie einst zu Erzherzog Albrecht.So war ein neuer Kriegszustand wieder da. Die verbündetenEdelherren, an deren Spitze Heinrich von Liechtenstein als derrührigste und unternehmendste getreten zu sein scheint, legten ander Donau wie auf den Landstraßen neue Zölle an und schriebenStenern ans, um ihre Kriegsmittcl zu vermehren. Dagegen erließder Kaiser von Augsburg aus Ermahnungen; es drohte derPatriarch von Aquileja, der als Kardinallegat nach Oesterreich ge-kommen war, dafür mit dem Banne, denn auch die Geistlichkeitwar von diesen Steuern und Zöllen betroffen. Die Drohungblieb ohne allen Erfolg, die Genossen versuchten vielmehr ihreHandlungsweise zu rechtfertigen, und so wurde am 27. Mai1474 der Bann über sie ausgesprochen und von Sixtus IV.bestätigt 2). Er hatte so wenig Erfolg wie die Drohung; viel-mehr wuchs der Bund. Seine Anhänger versammelten sichAnfang 1475 zu Großenzcrsdorf und stellten dem Kaiser ihreBedingungen, die er bis zum 24. Juni unterzeichnen sollte. Sicschickten ihm eine Botschaft zu, der gegenüber es der Kaiser auchnicht an den alten Versprechungen fehlen ließ: es sei nie seineAbsicht gewesen, die Rechte des Landes zu kränken, die Münzezu verschlechtern u. s. w.; er versicherte Heinrich von Liechtensteinund seine Genossen, unter denen sich jetzt auch Niclas von Licch-tenstein-Mnrau befindet, seiner erneuten Gnade und daß es mit
>) Siecht. Archiv P. 6.
2) Lichnowsky, VII. 168; Chmel, Mater. II. 31S. 319.