Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
425
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Wir haben gesehen, in welcher engen und freundschaftlichenVerbindung schon Johann der Hofmeister mit König Wenzelgestanden war, so daß man in diesem Verhältniß selbst eine Ur-sache der Ungnade Herzog Albrechts gesehen hat. König Wenzelwar es auch, an den sich Matthias zunächst bei der Gcfangcn-nehmnng seiner Brüder und Oheime um Schutz und Bündnißwendete. Das freundschaftliche Verhältniß scheint fortgedauertzu haben, und jetzt waren es die Liechtensteiner, die Wenzel inseiner Bcdrängniß zu Hülfe kamen. In dem Hanse am Kien-markt wurde Wenzel sorgfältig bewacht und Herzog Wilhelmbesuchte ihn täglich, sich von seiner Anwesenheit zu überzeugen.Nichtsdestoweniger gelang es ihm durch den aufgerissenen Fuß-boden in den Stall hinab,zukommen und von da verkleidet dieDonau zu erreichen (1403). In Stadlern wartete seiner bereitsJohann von Liechtenstein mit fünfzig Schützen und geleitete ihnsicher ans sein Schloß Nikolsbnrg. Von da brachten ihn die dreiLiechtensteiner Johann, Heinrich und Hartneid zunächst nachBrünn, wo sie mit ihm, denn sie mußten nun den Zorn Sig-munds fürchten, ein Schutz- und Trutzbündniß, einander treulichzu helfen und beizustehen, abschlössen '). In dieser Urkunde sagtWenzel, daß die drei Liechtensteiner Hans, Heinrich und Hartneidihm getreulich und mit aller ihrer Macht, mit Leib und Gutbeigestanden sind und ihm damit die größten Dienste in denschwersten Zeiten der Roth geleistet haben; er habe sie darummit Leib und Gut in seine Gnade und Schirm genommen undsich verbunden kraft dieses Briefes vom Tage der Urkunde anihnen mit all seiner königlichen Macht, mit seinen Landen undLeuten, mit Herrschaften und Gebieten treulich beizustehen aufseine eigenen Kosten und Schaden wider jedermann ohne Aus-nahme. Dagegen verpflichten sich die drei Liechtensteiner auchihrerseits dem König mit allen ihren Schlössern, Landen nnd

') P. 3. Die Urkunde trägt das kleine Siegel Wenzels, „wann wirdas große Jnsiegel Unserer Majestät diezeit nicht bei nns gehabt haben."Montag vor St. Katharina 1403.