Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
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Matthias I., Johann II. und Hrinnch V.

Georgs, des Bischofs von Trient, drei Brüder Matthias I.,Johann II., Heinrich V., die Söhne Hartneids III., erscheinenzuerst mit jenem gleichzeitig in der erwähnten Vertragsurkundeoder Erbeinignng von 1386. Von da ab treten sie eine Weilein den Hintergrund, da ihre drei Onkel, Johann der Hofmei-ster, Georg II. der Kammermeister und Hartneid IV., noch amLeben waren.

Matthias, wahrscheinlich der älteste unter ihnen, erhieltnach dem Tode Georgs dessen Amt als Kammermeister beiHerzog Albrccht (1392), der ihn im Jahre vorher mit der Mühlezu Ungarisch Haslan belehnt hatte ^). Bei jenem Unglück seinesHauses, das die Ungnade des Herzogs Albrecht im Jahre 1394veranlasste, wurde aber auch er mitbetroffcn, indeß scheint er dereinzige von allen Liechtensteinern gewesen zu sein, dem es gelang,sich der Gefangenschaft zu entziehen. Wie wir oben gesehen haben,benützte er, schnell entschlossen wie er war, diese Freiheit, ummit König Wenzel, dem Markgrafen Johann von Brandenburgund dem Herzog Stephan von Baiern ein Bündniß gegen denBedränger seines Hauses zu schließen. Allein dies Bündniß bliebohne Folgen, denn nicht lange darnach unterschrieb er jene Urkun-den mit, die den Streit mit Herzog Albrccht endeten und diegroßen Verluste des Hauses besiegelten.

Wie sein Oheim Johann, der ehemalige Hofmeister, über-lebte auch Matthias dieses Ereigniß nur um wenige Jahre, indenen wir ihn aber im Verein mit Brüdern und Vettern zumöftern begegnen, sei es in Bemühungen, das gesunkene Vermögendes Hauses durch Kauf und Erwerb wieder zu vermehren, sei esin Streit und Fehde. Im Jähre 1395 kaufte er mit seinenBrüdern und Vettern das Haus Wachenau mit dem Dorfe

') Lichnowsky VIII. Ncgg. 2373 b.

2) Liccht. Archiv B. 25.