Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
393
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Ein Wappen ist gegraben ins helle Gold; laß sehn!

Vielleicht wird hier wohl einer zn deuten es versteh«."Ihr seid ja viel gcrcisct, Herr Herzog von Nemours,Nun, alter Herr, beschauet, vielleicht gicbt's eine Spur!"So spricht Karol und reichet den Becher lächelnd hin;Der Herzog, lange forschend, hält und betrachtet ihn,

Dann spricht er:Eine Wette setzt' ich: ich Hab entdecktDen Mann, der in die schlechte Rüstung sich hat versteckt.Zu Ocstrcich unterm Walde sieht in die weiten Gau'nMan von der Berge Spitzen viel alte Burgen schan'n;

Doch eine steht die höchste, dort sah gchau'n in SteinIch überm Thor dies Wappen, kein andres kann es sein.

Wohl manch ein Held und Sänger zog aus des Schlosses Thor,Dies Wappen auf dem Schilde, zn Sang und Streit hervor;Gepriesen in allen Landen ist jener Heldenreihn;

Der Tapf'rc, der hier stehet, es ist ein Liechtenstein!"Da bog der Held sein Knie und sprach:Ich lengn' es nicht,Dies Wappen ist das meine; es ist so, wie er spricht!"Darauf schloß in seine Arme der König den Rittersmann,Und lauter Jubel jauchzend im Frankenheer begann.

Auf ihre Schultern heben die Ritter freudig ihn,

Und tragen ihn, ob cr's wehret, durchs ganze Lager hin!

6.

Zu Ocstrcich unterm Walde blickt noch die Burg hervor,

Auch jetzt ziehn wackre Helden zum Kampf aus ihrem Thor;Und weil es stets wie Säulen gestanden im Gefecht,

Ward lange schon gefürstet das rühmliche Geschlecht.

Drei Liechtensteine lebten und leben noch zur Zeit,

Die rühmt der Ruhm der Helden durch alle Heere weit,Johannes" heißt der eine Hut ab, wenn er genannt!Seit Männer Schwerter führen, hielt keiner besser Stand;Oft wohl Hab ich gesehen im Kugelregen dicht,Den Heldenfttrsten stehen, und wo Er stand, ward's Licht!